Ermittlungen um WM-Vergabe: US-Leichtathletikpräsident lässt Amt ruhen

Ermittlungen um WM-Vergabe: US-Leichtathletikpräsident lässt Amt ruhen

Im Zuge der Ermittlungen um die Vergabe der WM 2021 an die Stadt Eugene lässt der Präsident des US-Leichtathletikverbandes USATF, Vin Lananna, sein Amt derzeit ruhen. Das teilte der Verband mit. Lananna war zum Zeitpunkt der Vergabe durch den Weltverband IAAF im Jahr 2015 Chef des Organisationskomitees Eugenes.
"Wir haben keinen Grund zu glauben, dass das Organisationskomitee oder Herr Lananna etwas falsch gemacht haben. Nach unserer Kenntnis sind sie auch nicht Teil der Untersuchung", hieß es in einer Stellungnahme von USATF. Da jedoch Lananna und das OK von den Ermittlungsbehörden kontaktiert worden seien, sei diese Entscheidung getroffen worden, um einen möglichen Interessenskonflikt zu vermeiden.
Die IAAF mit ihrem ehemaligen Präsidenten Lamine Diack war stark in die Kritik geraten, nachdem der Verband im April 2015 ohne Bewerbungsverfahren und völlig überraschend der US-Stadt Eugene, Gründungsort des Sportartikelherstellers Nike, die WM zugesprochen hatte. Auch Göteborg hatte Interesse an der Ausrichtung bekundet. Diack steht in Frankreich derzeit wegen Korruptionsverdacht unter Hausarrest.
Auch der aktuelle IAAF-Präsident Sebastian Coe, damals noch Vize unter Diack, geriet ins Zwielicht - der Brite arbeitete bis November 2015 als Nike-Markenbotschafter. Erst nach langer öffentlicher Kritik beendete er das Geschäftsverhältnis. Gegen Coe waren im Zuge der WM-Vergabe an Eugene Lobbyismus-Vorwürfe laut geworden, die der 61-Jährige allerdings vehement zurückwies.