Ermittlungen gegen US-Polizisten wegen Todes von Schwarzem eingestellt

Im Fall eines 2016 bei einem Polizei-Einsatz erschossenen Afroamerikaners im US-Bundesstaat Louisiana haben die regionalen Justizbehörden ihre Ermittlungen eingestellt. Die Beamten seien "rechtmäßig" vorgegangen, hieß es zur Begründung

Im Fall eines im Jahr 2016 bei einem Polizei-Einsatz erschossenen Afroamerikaners im US-Bundesstaat Louisiana haben die regionalen Justizbehörden ihre Ermittlungen eingestellt. Die beiden Beamten hätten versucht, eine "rechtmäßige Festnahme" vorzunehmen, sagte Generalstaatsanwalt Jeff Landry am Dienstag in Baton Rouge. Der getötete Straßenhändler Alton Sterling sei bewaffnet sowie unter Drogeneinfluss gewesen und habe sich seiner Festnahme widersetzt.

Während des Vorfalls hätten die beiden Polizisten mehrfach versucht, "nicht-tödliche Techniken" anzuwenden, um den 37-Jährigen unter Kontrolle zu bringen, sagte Landry. Ihre Sorge, der Mann könne bewaffnet und gefährlich sein, hätten sich im Nachhinein als korrekt herausgestellt. In einer Hosentasche des Toten wurde nach Angaben der Polizei eine Handfeuerwaffe gefunden.

Die Entscheidung, auf die formelle Beschuldigung der beiden Polizisten zu verzichten, hätten die Ermittler "nicht von leichter Hand" getroffen, betonte der Generalstaatsanwalt. Die Tante des Verstorbenen verurteilte die Entscheidung jedoch scharf. "Ihr habt einen Mörder wieder auf die Straße gelassen", sagte Sandra Sterling.

Die beiden Polizisten hatten Sterling, der vor einem Laden CDs verkaufte, am 5. Juli 2016 durch Schüsse aus nächster Nähe getötet. Ein von einem Augenzeugen aufgenommenes Video zeigte, wie die Beamten den Afroamerikaner auf den Boden werfen und festhalten. Während sie mit dem Mann ringen, ruft jemand: "Er hat eine Waffe!" Einer der Beamten feuert dann mehrere Schüsse auf Sterling ab.

Zu dem Fall hatte zunächst auch die Bundesjustiz ermittelt. Das Justizministerium in Washington stellte die Untersuchungen jedoch bereits im vergangenen Mai ein. Es sah ebenfalls keine ausreichenden Beweise, um die beiden Polizisten weiter zu verfolgen.

Fälle von tödlichen Polizei-Einsätzen gegen Schwarze lösen seit Jahren in den USA immer wieder wütende Proteste bis hin zu Krawallen aus. Vor anderthalb Wochen gab es im kalifornischen Sacramento einen weiteren Fall: Ein 22-jähriger Familienvater wurde dort in seinem eigenen Garten von Polizisten erschossen. Die Beamten hatten sein Smartphone für eine Waffe gehalten.

Die beiden Polizisten feuerten 20 Schüsse auf den 22-jährigen Afroamerikaner Stephon Clark ab. Er war vor ihnen zum Haus seiner Großeltern geflohen, wo er wohnte. Die Beamten waren einem Notruf wegen mehrerer Autoeinbrüche in der Nachbarschaft gefolgt. Sie hielten Clark für den Täter und verfolgten ihn mit Unterstützung eines Hubschraubers.

Der Vorfall löste tagelange Proteste aus. Der örtliche Polizeichef Daniel Hahn rief am Dienstag zur "Ruhe" auf und kündigte eine Untersuchung des Falles durch das kalifornische Justizministerium an.