Ermittlungen gegen Trump-Anwalt Cohen zielen auf dessen Geschäftsgebaren ab

Die Ermittlungen gegen den Trump-Anwalt Cohen zielen hauptsächlich auf dessen Geschäftsgebaren ab. Das geht aus einem Dokument der Staatsanwaltschaft hervor. Morgen soll der Anwalt offenbar persönlich vor Gericht aussagen

Die Ermittlungen gegen den Anwalt von US-Präsident Donald Trump zielen hauptsächlich auf das Geschäftsgebaren von Michael Cohen ab. Obwohl Cohen Anwalt sei, habe er mehrere Einkommensquellen, erklärte das Justizministerium. Wegen Verstößen in diesem Zusammenhang werde gegen ihn ermittelt. Der 51-Jährige, der wegen einer Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels in die Schlagzeilen geraten war, soll laut Medienberichten am Montag vor Gericht aussagen.

Mehrere E-Mail-Konten von Cohen seien seit längerer Zeit überwacht worden, erklärte am Freitag der stellvertretende Bundesanwalt von Manhattan, Robert Khuzami. Die Razzien in Cohens Büros am vergangenen Montag seien das Ergebnis "monatelanger" Ermittlungen. Viele Vorwürfe gegen den langjährigen Trump-Vertrauten stünden nicht im Zusammenhang mit seiner Arbeit als Anwalt, sondern mit seiner Tätigkeit als Geschäftsmann, hieß es in dem Dokument der Staatsanwaltschaft.

Nach Informationen der "Washington Post" wird gegen Cohen wegen mutmaßlichen Bankbetrugs und Verstößen gegen die Regeln zur Wahlkampffinanzierung ermittelt. Aus den Dokumenten geht hervor, dass Trump offenbar Cohens einziger Mandant ist. Cohen selbst spricht von "zahlreichen Klienten". Am Montag soll er laut US-Medienberichten persönlich vor Gericht aussagen. Bei der Anhörung geht es um seinen Antrag, einiges von dem bei ihm beschlagnahmten Material unter Verschluss zu halten.

Berichten zufolge wurden bei der Razzia auch Unterlagen zu Geldzahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels und das Ex-"Playboy-Model Karen McDougal sichergestellt. Beide Frauen hatten nach eigenen Angaben eine Affäre mit Trump. Der Anwalt von Stormy Daniels deutete an, dass auch seine Klientin vor Gericht erscheinen werde.

Cohen hatte Mitte Februar zugegeben, Stormy Daniels wenige Tage vor der Präsidentenwahl 130.000 Dollar (nach heutigem Wert 105.000 Euro) gezahlt zu haben - angeblich aus eigener Tasche und ohne Trumps Wissen. Auch McDougal erhielt nach Trumps Kandidatur für das Präsidentenamt offenbar Geld, damit sie zu der mutmaßlichen Beziehung schweigt. Trump hat eine Affäre sowohl mit McDougal als auch mit Stormy Daniels dementiert.

Die US-Bundespolizei FBI hatte am Montag unter anderem das Büro und die Wohnung Cohens durchsucht. Die Razzia beruhte zum Teil auf Erkenntnissen des Sonderermittlers Robert Mueller, der mögliche illegale Kontakten zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung untersucht.

Trump reagierte mit einem Wutausbruch vor laufenden Kameras: Er sprach von einem "Angriff auf unser Land" und warf den Ermittlern politische Motive vor. Am Freitag erkundigte er sich laut "New York Times" bei seinem Anwalt nach dem Stand der Ermittlungen.