Ermittlungen gegen leitenden Macron-Mitarbeiter wegen Attacke auf Demonstranten

Die französische Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen einen für Sicherheit zuständigen leitenden Mitarbeiter von Staatschef Emmanuel Macron eingeleitet. Das teilte die Behörde am Donnerstag in Paris mit. Ihm wird vorgeworfen, den Teilnehmer einer Demonstration zum 1. Mai geschlagen zu haben. Ein Video von dem Vorfall hatte zuvor die Tageszeitung "Le Monde" veröffentlicht.

Der Mann war während des französischen Präsidentschaftswahlkampfs im vorigen Jahr für Macrons Sicherheit zuständig und arbeitet seit dessen Wahl im Elysée-Palast. Nachdem der Vorfall intern bekannt wurde, war er der französischen Regierungszentrale zufolge bereits für zwei Wochen suspendiert und anschließend in die Verwaltung versetzt worden. Das sei die schwerste jemals gegen einen führenden Mitarbeiter des Palastes verhängte Strafe, teilte in Sprecher am Donnerstag mit.

Dem "Le Monde"-Bericht zufolge hatte der Sicherheitsmitarbeiter bei der Demonstration einen Polizeihelm getragen, einen jungen Demonstranten zu Boden gebracht und diesen mehrfach geschlagen. Demnach hatte Macrons Stabschef ihm erlaubt, als Beobachter an einem Einsatz der Polizei bei der Demonstration teilzunehmen.