Ermittlungen zu Anschlag auf jüdische Gemeinde in München von 1970 eingestellt

Ergebnislos hat die Bundesanwaltschaft ihre Untersuchungen zu einem tödlichen Brandanschlag auf ein Wohnhaus der jüdischen Gemeinde in München vor 47 Jahren beendet. Die Ermittlungen seien "mangels weiterer erfolgversprechender Ermittlungsansätze" eingestellt worden, teilte die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mit. Bei dem Anschlag im Februar 1970 waren sieben Menschen getötet worden.

Die Bundesanwaltschaft leitete 2013 nach einem Bericht des Magazins "Focus" mit möglichen neuen Hinweisen auf die Täter noch einmal Ermittlungen ein. Darin war ein Mitglied der früheren linksextremistischen Gruppe Tuparamos München mit der Tat in Verbindung gebracht worden. Die Angaben hätten sich aber als "nicht belastbar" erwiesen, teilten die Ermittler mit.

Auch die Vernehmung ehemaliger Mitglieder der Gruppierung sowie die Auswertung der noch vorhandenen Aktenbestände der Münchner Staatsanwaltschaft und des bayerischen Staatsarchivs hätten nicht weitergeführt. Zwar seien "Indizien vorhanden, die für eine Tatbegehung aus dem linksextremistischen Bereich sprechen", erklärte die Bundesanwaltschaft. Sie reichten aber nicht für einen "konkreten Tatverdacht" gegen Menschen oder Gruppierungen aus.

Bei dem Anschlag hatten bis heute unbekannte Täter ein Wohnhaus der Israelitischen Kultusgemeinde in Brand gesetzt, indem sie Benzin im Treppenhaus entzündeten. Es diente unter anderem als Altersheim für betagte Gemeindemitglieder. Schon damals wurde spekuliert, dass es eine Tat von Linksextremisten war.

Die neuerlichen Ermittlungen hätten sich aber nicht auf diesen Bereich beschränkt, betonte die Bundesanwaltschaft. Es seien "alle ernstlich in Betracht kommenden Motivlagen" einbezogen worden, vor allem "der rechtsextremistische Phänomenbereich". Auch in diese Richtung hätten sich keine Ansätze ergeben. Das Motiv für die Tat bleibe im Ergebnis auch "weiterhin unklar".