Ermittler in Peru durchsuchen Häuser von Ex-Staatschef Kuczynski

Nach dem Rücktritt des peruanischen Präsidenten Kuczynski haben die Behörden bei Korruptionsermittlungen zwei Häuser des Ex-Staatschefs durchsucht. Kuczynski sicherte den Behörden seine Kooperation zu - warnte aber vor politische motivierten Ermittlungen

Nach dem Rücktritt des peruanischen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski haben die Behörden bei Korruptionsermittlungen zwei Häuser des Ex-Staatschefs durchsucht. Ermittler würden die Häuser in zwei Vierteln der Hauptstadt Lima durchsuchen, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Kuczynski sicherte den Behörden seine Kooperation zu - warnte aber zugleich vor politisch motivierten Ermittlungen.

"Lassen wir die mediale Show hinter und uns hören wir auf, dem Ansehen unsere Landes zu schaden", schrieb der 79-jährige Ex-Präsident auf Twitter. Peru dürfe nicht zum Ort "politischer Rache" werden.

Kuczynskis Anwälte teilten derweil mit, dass ihr Mandant das von der Staatsanwaltschaft beantragte Ausreiseverbot akzeptieren werde. Der frühere Staatschef wolle "seine Unschuld beweisen", sagte einer der Anwälte.

Kuczynski hatte am Mittwoch seinen Rücktritt eingereicht, um einer drohenden Amtsenthebung zu entgehen. Das Parlament stimmte dem Rücktrittsgesuch am Freitag zu.

Gegen den 79-Jährigen wird im Zusammenhang mit der weitverzweigten Korruptionsaffäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht ermittelt. Während Kuczynskis Zeit als Minister soll sich der Konzern gegen Geldzahlungen öffentliche Aufträge in Peru verschafft haben.

Kuczynski werden Lügen über seine Beziehungen zu Odebrecht sowie schwerwiegende Interessenkonflikte vorgeworfen. Der brasilianische Baukonzern hatte im Dezember eingeräumt, dass er in Peru zwischen 2005 und 2014 im Gegenzug für Bauaufträge Schmiergelder in Höhe von 29 Millionen Dollar gezahlt hatte. Fast fünf Millionen Dollar überwies Odebrecht demnach an zwei Beratungsfirmen, die enge Beziehungen zu Kuczynski unterhielten.

Während eines Teils dieser Zeit hatte der ehemalige Wall-Street-Banker Kuczynski verschiedene Posten der Regierung von Präsident Alejandro Toledo (2001 bis 2006) inne. Dieser soll von Odebrecht für einen gigantischen Bauauftrag 20 Millionen Dollar an Schmiergeld bekommen haben.