Ermittler finden elf Jahre nach Minenunglück in Neuseeland sterbliche Überreste

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Unglück in der Pike-River-Mine (AFP/IAIN MCGREGOR)

Rund elf Jahre nach einem schweren Minenunglück in Neuseeland sind die sterblichen Überreste von mindestens zwei Opfern gefunden worden. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass eine Bergungsaktion gestartet werde, erklärten die Ermittler am Mittwoch. Bei dem Grubenunglück in der Pike-River-Mine im November 2010 waren 29 Menschen ums Leben gekommen.

Als Ursache für das Unglück wird eine Methangas-Explosion vermutet. Bei den Todesopfern handelte es sich um 24 Neuseeländer, zwei Australier, zwei Briten und einen Südafrikaner. Der Bergungseinsatz war eingestellt worden, weil der Stollen eingestürzt war und damit unpassierbar.

Durch das Graben eines Bohrlochs konnten die Experten nun aber Aufnahmen aus dem hintersten Winkel der Mine machen. Dort wurden nach Angaben der Polizei menschliche Überreste entdeckt. "Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir nicht in der Lage, die Überreste zu identifizieren, aber wir werden uns mit Forensikern beraten", erklärte Kriminalhauptkommissar Peter Read.

Der mit dem Fall betraute Minister Andrew Little erklärte, dass eine Bergung der Leichen unwahrscheinlich sei: "Ich weiß, dass einige Familien gerne noch weiter gehen würden, aber das wird nicht möglich sein." Mehrere Angehörige der Opfer äußerten die Hoffnung, dass die Entdeckung weitere Erkenntnisse zur Ursache des Unglücks liefere und strafrechtliche Ermittlungen möglich mache.

"Wir haben jahrelang hart dafür gekämpft, Gerechtigkeit für unsere Jungs zu bekommen, und dies ist ein Teil davon", sagte Rowdy Durbridge, dessen Sohn Daniel bei der Explosion ums Leben kam. Die Aufnahmen würden Klarheit darüber verschaffen, was in der Mine geschehen sei, erklärte Anna Osborne, deren Ehemann unter den Todesopfern war.

Eine offizielle Untersuchung des Vorfalls von 2012 war zu dem Schluss gekommen, dass es in dem Kohlebergwerk auf Neuseelands Südinsel Sicherheitsmängel gegeben habe und es nie hätte in Betrieb gehen dürfen. Die Polizei fand dennoch keine ausreichenden Beweise, um ein Verfahren gegen die Betreiber der Grube einzuleiten.

gap/ck

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