Hausdurchsuchung in der Metro-Zentrale


Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Freitag unter dem Verdacht des Insider-Handels Büros des Handelsriesen Metro durchsucht. Dies bestätigte das Unternehmen am Mittag. „Wir kooperieren mit den Ermittlungsbehörden in vollem Umfang“, erklärte ein Sprecher.

Den Anstoß für die Razzia hatte die Finanzaufsicht Bafin mit einer Anzeige gegeben. Die Behörde sei „wegen des Verdachts des Insiderhandels und der Marktmanipulation in Aktien der Metro AG“ aktiv geworden, erklärte eine Sprecherin. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf kündigte für den Montag eine Erklärung an.

Laut einem Bericht von „Spiegel Online“ geht die Staatsanwaltschaft einer Anzeige der Finanzaufsicht Bafin nach, die sich vor allem gegen Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann richtet. Dieser hatte kurz nach seiner Wahl im Februar 2016 Aktien im Wert von gut einer Million Euro gekauft, wie aus einer Pflichtmitteilung des Unternehmens hervorgeht. Neben Steinemann hat laut dem Bericht auch ein Vorstandsmitglied vor der Aufspaltungsmitteilung Aktien gekauft, auch er werde des Insiderhandels verdächtigt


Konzernchef Olaf Koch hatte der Metro Ende März 2016 die Spaltung in einen Elektronikhändler um Media Markt und Saturn sowie einen Lebensmittelhändler verordnet. Die Aktie hatte daraufhin deutlich zugelegt. Steinemanns Anteile gewannen so stark an Wert.

Heute sind beide Teile getrennt, die Media-Saturn-Holding firmiert unter dem Namen Ceconomy. Der Lebensmittelhändler rund um die Großmärkte und die Supermarktkette Real hat sich den Namen Metro gesichert. Laut dem Bericht von „Spiegel Online“ prüft die Bafin auch, ob die Metro die Anleger rechtzeitig über die Aufspaltungspläne informiert hat.

Ein Metro-Sprecher wies die Vorwürfe zurück: „Zu dem Zeitpunkt, zu dem Herr Steinemann und ein Vorstandsmitglied Aktien erworben haben, lag keine Insider-Information vor.“ Auch der Konzern habe nicht gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen. Die Metro habe die Nachricht von der beabsichtigen Aufspaltung pünktlich und unter Beachtung aller einschlägigen Vorschriften kommuniziert.