Erika Steinbach vergleicht Homo-Ehe mit Pädophilie

Kontroverse Meinungen ist man von Erika Steinbach gewohnt. (Bild: AP Photo)

Mit einem Statement auf Twitter über die gleichgeschlechtliche Ehe sorgte Ex-CDU-Abgeordnete Erika Steinbach für Kritik und Fassungslosigkeit.

Die Ehe für alle – für die Grünen ist das eine Grundbedingung für etwaige Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl. Während diese Ansage überparteilich für viel Anerkennung sorgte, kritisierte die ehemalige CDU-Politikerin Angelika Steinbach diesen Vorschlag massiv. Auf Twitter setzte die kontroverse Politikerin zur Polemik an und brachte die gleichgeschlechtliche Ehe in Verbindung mit Pädophilie.

„Grüne haben ‚Ehe für alle beschlossen’. Das ist auch die Hintertür für Pädophileninteressen …“, schrieb Steinbach – und postete ein Video mit dem Titel „Steinbach entlarvt grüne Heuchlerbande“.

Damit spielt Steinbach auf die Pädophilie-Debatte der 1970er und 1980er an, in der die Straffreiheit pädophiler Handlungen bei Kontakt in beiderseitigem Einvernehmen kontrovers diskutiert wurde. Unter anderem gab es hier auch bei den Grünen einige Befürworter. Was das allerdings mit dem Recht auf Ehe für alle zu tun hat, ist aus Steinbachs Diskurs nicht ganz ersichtlich.


Steinbachs Tweet stieß nicht allerorts auf Gegenliebe. „Ihre Gedankengänge werden mir wohl immer ein Rästel bleiben #Ehefüralle“, schreibt ein Twitter-User recht diplomatisch. Ein anderer übt deftigere Kritik: „Schön, dass Erika Steinbach aus der CDU raus ist. Sie ist bei der dümmlich-reaktionären Resterampe AfD in ihrem Element“.



Mit ihrer Aversion gegenüber der Ehe für alle befindet sich Steinbach allerdings in der Minderheit: Eine Studie des Bundes besagt, dass die Mehrheit der Deutschen der Homo-Ehe gegenüber offen ist, zitiert „welt.de“ – 83 Prozent sprechen sich dafür aus.

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