Erich Kellerhals ist gestorben

Media-Markt-Mitbegründer Kellerhals ist tot. Das bestätigte ein Sprecher der Kellerhals-Investmentgesellschaft Convergenta. Mit seiner Dauerfehde um die Geschäftspolitik machte der Milliardär immer wieder Schlagzeilen.

Der Media-Markt-Mitbegründer Erich Kellerhals ist tot. Der Handelsunternehmer starb am ersten Weihnachtsfeiertag im Alter von 78 Jahren im Kreis seiner Familie, wie ein Sprecher der Kellerhals-Investmentgesellschaft Convergenta am Donnerstag sagte. Zuvor hatten bereits mehrere Medien über das Ableben des Milliardärs berichtet.

Erich Kellerhals war mit gut 21 Prozent an den Elektronikketten Media Markt und Saturn beteiligt. Mit dem Hauptgesellschafter Metro und später mit deren Abspaltung Ceconomy und deren Chef Pieter Haas lag er jahrelang im Streit über die Geschäftspolitik. Zuletzt hatten Vertreter seiner Investmentgesellschaft Convergenta den Jahresabschluss in einer Gesellschafterversammlung von Media-Saturn nicht abgezeichnet.

Die Wurzeln von Media-Saturn reichen weit zurück. 1963 eröffnete Kellerhals zusammen mit seiner Frau Helga ein Geschäft für Kohlenherde und Ölöfen sowie Fahrräder in Ingolstadt. Über die Jahre entstanden weitere Geschäfte, die schwerpunktmäßig Radios und Fernsehgeräte verkauften.



Zusammen mit den Partnern Walter Gunz und Leopold Stiefel eröffnete das Paar Kellerhals 1979 in einem Münchener Industriepark einen Discounter für Elektronikartikel, was als die Geburtsstunde von Media Markt gilt. 1988 gaben die Partner die Mehrheit an der Elektronikkette an die Kaufhof AG ab, die wiederum die Kette Saturn einbrachte und aus der später die Metro hervorging. Ceconomy war im Sommer aus dem Handelsriesen Metro hervorgegangen, der in einen Lebensmittel- und einen Elektronikhändler aufgespalten wurde. Zentrale Beteiligung der Ceconomy ist Media-Saturn. Minderheitseigner war dort der streitbare Firmengründer Kellerhals.

Kellerhals sah sein Lebenswerk bedroht

Der Streit zwischen Kellerhals und der Metro-Führung entzündete sich unter dem früheren Vorstandschef Eckhard Cordes und wurde auch unter dessen Nachfolger Olaf Koch weitergeführt. Mit Ceconomy-Chef Haas lag Kellerhals ebenfalls im Clinch. Im Kern ging es darum, wer bei Media-Saturn das Sagen hat.



Kellerhals sah sein Lebenswerk bedroht. Beide Parteien trafen sich regelmäßig vor Gericht. Der 78-Jährige nahm zuletzt etwa am Einstieg Ceconomys beim französischen Konkurrenten Fnac Darty Anstoß und erhob bei der Finanzaufsicht BaFin Beschwerde. Jüngst wurde der Investor Clemens Vedder von beiden Seiten als Mediator eingeschaltet, um zwischen den Streithähnen zu vermitteln. Zu einer offiziellen Einigung kam es jedoch nicht mehr.

Weltweit gibt es inzwischen über 1000 Media- und Saturn-Märkte. Die Muttergesellschaft Ceconomy machte im zurückliegenden Geschäftsjahr gut 22 Milliarden Euro Umsatz. Die Abspaltung von der Metro soll auch dazu beitragen, eine der Schwächen Media-Saturns zu beheben: Der Händler verdient im Vergleich zu Konkurrenten wenig Geld. Analysten kritisieren unter anderem, die Läden seien viel zu groß.

An den Märkten rückte Ceconomy durch den Tod des Großaktionärs Kellerhals ins Rampenlicht. Ceconomy-Aktien gewannen am Donnerstagmorgen 2,8 Prozent.