Erhard Eppler fordert Rücktritt von SPD-Chef Schulz

SPD-Urgestein Erhard Eppler, von 1968 bis 1974 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, hat sich für einen Rücktritt von SPD-Chef Martin Schulz ausgesprochen

SPD-Urgestein Erhard Eppler, von 1968 bis 1974 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, hat sich für einen Rücktritt von SPD-Chef Martin Schulz ausgesprochen. Zur Begründung sagte der 91-Jährige der Online-Ausgabe des Magazins "Cicero": "Wenn die SPD ihre Position als große Volkspartei verteidigen will und ich glaube, sie hat das Potenzial dazu, dann kann sie nicht mit Führungskräften zur Wahl antreten, die ganz offenkundig bei der Mehrheit der Bevölkerung eher Abwehr hervorrufen."

Das Ergebnis der Wahl sei für die SPD "katastrophal" gewesen, sagte Eppler weiter. Das sei "mit ein paar kleinen Verschiebungen im Programm nicht zu überwinden".

Die anfängliche Festlegung von Schulz auf die Oppositionsrolle der SPD sieht Eppler als Fehler an. "Meine Partei hat sich in den ersten fünf Minuten nach der ersten Hochrechnung bei der Bundestagswahl entschieden, in der Opposition zu bleiben. Ich habe das nicht für besonders klug gehalten, weil man ja nie weiß, was kommt", sagte er weiter.

Für die Nachfolge von Schulz an der Parteispitze sprach sich Eppler für eine Frau aus: "Auf der weiblichen Seite haben wir begabte Frauen, die auch Vertrauen erwecken. Nicht jeder unserer intelligenten männlichen Politiker erweckt Vertrauen." Das sei eines der größten Probleme der Partei. Die SPD müsse "weiblicher werden und sich nicht scheuen, Frauen auch an die Spitzen zu wählen".