Wie Erfolgsinvestoren die Coronaviruskrise einschätzen und nutzen!

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

In jeder Crashsituation gibt es viele verschiedene Einschätzungen. Sie reichen von Weltuntergangsszenarien bis zu realistischen Annahmen. Dennoch ist häufig wie am Aktienmarkt selbst eine Tendenz zur Übertreibung erkennbar. Steigen die Kurse, sind die Marktbeobachter meist sehr optimistisch, fallen die Kurse, heißt es sehr schnell: „Dies ist die schlimmste Krise, die es je gegeben hat.“

Realistisch betrachtet können wir aber heute noch gar nicht einschätzen, wie die Rezession enden wird. Erst im Nachhinein können wir sagen, wie schlimm oder mild sie wirklich war. Genau genommen ist sie bisher nicht mehr als durchschnittlich, denn der S&P-500-Index ist in der Spitze bisher gerade einmal 33,9 % gefallen. Dies hört sich nach viel an, ist im historischen Vergleich aber wenig, wenn man bedenkt, dass es auch schon Rückgänge von 86,1 % gab.

Aufgrund der sehr massiven Eingriffe des Staates und der Notenbanken wird der aktuelle Crash gebremst. Doch an wen können sich Anleger aktuell halten und orientieren? Wie wäre es mit den besten Investoren dieser Welt? Einer davon ist David Tepper.

Wer ist David Tepper und wie ist seine Meinung?

David Alan Tepper gründete 1993 Appaloosa Management und leitet heute einen 13 Mrd. US-Dollar-Hedgefonds (26.03.2020). Sein eigenes Vermögen beträgt mittlerweile 12 Mrd. US-Dollar (26.03.2020). Er investiert gern in niedergeschlagene Firmen und Anleihen, wobei er sehr genau analysiert, ob sie die Krise überstehen und danach stark steigen werden. So erzielt er seit 1993 eine Durchschnittsrendite jenseits von 25 %. Wer von Beginn an 10.000 US-Dollar bei ihm investierte, besitzt heute 33,1 Mio. US-Dollar.

Aktuell kauft Tepper Aktien wie Amazon (WKN: 906866), Alphabet (WKN: A14Y6F), Alibaba (WKN: A117ME) oder Micron Technology (WKN: 869020), gefallene Unternehmensanleihen und einige Werte aus dem Gesundheitssektor. Aber selbst er kann nicht genau sagen, ob der Markt nicht noch tiefer fällt. Er geht sogar davon aus, dass er durchaus noch einmal 10 bis 15 % sinken kann.

Tepper beobachtet die italienische und die New Yorker Infektionskurven. Flachen sie sich ab, könnte der Tiefpunkt erreicht sein. Er möchte, dass massiv Masken und Beatmungsgeräte produziert werden, um so die Wirtschaftszwangsschließung zu beenden.

Dennoch sieht er den Kursrutsch eher als Chance und betont: „Die Dinge sehen unter Langfristperspektive derzeit sehr interessant aus.“ Von Hebelprodukten rät er aufgrund der hohen Volatilität ab. Auch er betont, dass staatliche Hilfspakete die Märkte stützen werden.

Ein weiterer erfolgreicher Investor ist John Rogers von Ariel Investments.

John Rogers’ Einschätzung

John Rogers ist Value-Investor, kauft also sehr gern, wenn die Kurse gefallen sind. Heute managt er über seine Fonds etwa 13,2 Mrd. US-Dollar (26.03.2020). Er sieht in der aktuellen Situation „eine einmalige Gelegenheit“, um gute Unternehmen zu niedrigen Bewertungen zu kaufen. Seine Devise: „Kaufe, wenn der Pessimismus am größten ist.“

Er vergleicht die aktuellen Kurse mit 1987 und 2008 und ist mit dieser Meinung nicht allein. So haben auch die bekannten Investoren Bill Ackman und Bill Miller gerade Aktien gekauft.

Fazit

Grundsätzlich lässt sich also sagen, dass erfolgreiche Anleger gerade vorsichtig Aktien kaufen, aber nicht alles auf einmal ausgeben, um bei weiteren Kursrücksetzern für noch mehr Käufe Geld übrig zu haben.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von  Alphabet (A-Aktien) und Amazon.

Motley Fool Deutschland 2020