Das Erfolgsgeheimnis der Börsenmillionäre: Extremer Pessimismus

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 2 Min.
Reicher Mann hält Geldsäcke Millionär Dividende
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Zum Börsenmillionär wird man nicht geboren. Um sich diesen Titel zu erarbeiten, muss man im Laufe seiner Karriere die eine oder andere Aktie gekauft haben.

Dazu ist augenscheinlich eine gehörige Portion Optimismus nötig. An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Notorische Crash-Propheten haben hier eigentlich nichts verloren.

Doch wer hinter die Bühne schaut, findet unter den Börsenmillionären oft genug eingefleischte Pessimisten. Zufall? Nein!

Warren Buffett hat eine schlechte Nachricht für Optimisten

Warren Buffett präsentiert sich gerne als unerschütterlicher Optimist. „Nichts kann Amerika stoppen.“ So oder so ähnlich äußert sich die Börsenlegende praktisch jedes Jahr.

Warren Buffett ist längst vom Börsenmillionär zum Börsenmilliardär aufgestiegen. Grenzenloser Optimismus war dabei allerdings häufig nicht das Werkzeug der Wahl.

Warum liegen bei seiner Holding mittlerweile 146 Milliarden US-Dollar Cash herum (Stand: Februar 2021)? Ein echter Optimist würde doch jede Chance nutzen, um das faule Bargeld in vielversprechende Aktien zu investieren.

Die Erklärung ist überraschend pessimistisch: „Es ist schmerzlich, auf so viel Geld zu sitzen. Aber noch schmerzlicher ist es, etwas Dummes damit anzustellen.“ Huch! Und das in einem Umfeld, in dem eine Cash-Position nicht nur nichts macht, sondern der zunehmend abgedrehten Geldpolitik der Notenbanken ausgeliefert ist.

Der Alterspräsident der Börsenmillionäre fürchtet sich also mehr vor dummen Aktienkäufen als vor der Inflation. Pessimistischer geht es nicht.

Elon Musk fürchtet sich vor dem Untergang der Zivilisation

Auch Multitalent Elon Musk ist nicht so optimistisch unterwegs, wie man gemeinhin denkt. Ganz im Gegenteil. Der geborene Südafrikaner ist mit purem Pessimismus in Lichtgeschwindigkeit zum Börsenmillionär aufgestiegen.

Raumfahrt, Elektromobilität, künstliche Intelligenz. Man sollte eigentlich recht optimistisch sein, um solchen Themen eine Zukunft einzuräumen.

Doch ein Blick in die Gedankenwelt von Elon Musk verrät seine wahren Motive. In mehreren Interviews mit Podcaster Joe Rogan äußerte sich Musk besorgt über die Zukunft der Menschheit.

Die Erde sei nicht sicher. Man sollte für den Notfall besser noch eine Siedlung auf dem Mars haben. Auch die künstliche Intelligenz sieht Musk als potenzielle Bedrohung. Die Menschheit sei gut beraten, sich mit der aufkeimenden Singularität zu verbünden.

Die Angst vor dem Untergang der Zivilisation zieht sich wie ein roter Faden durch die Unternehmungen von Elon Musk. Wer hinter den Vorhang schaut, findet vor allem extremen Pessimismus.

Angst ist das Erfolgsgeheimnis der Börsenmillionäre

Schau nicht darauf, was Börsenmillionäre sagen. Schau darauf, was sie machen.

Warren Buffett sieht eine goldene Zukunft für Amerika. Trotzdem hält er sein Bargeld für den Crash zusammen.

Elon Musk verkauft Elektroautos als Spaßprodukt. Doch in Wahrheit fürchtet er sich vor den Nachteilen fossiler Brennstoffe.

Angst ist das Erfolgsgeheimnis der Börsenmillionäre. Oder mit den Worten Warren Buffetts: „Beim Investieren ist Pessimismus dein Freund und Euphorie dein Feind.“

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