Der heimliche Star der NBA-Finals

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Der heimliche Star der NBA-Finals
Der heimliche Star der NBA-Finals
Der heimliche Star der NBA-Finals

Wer ist der Superstar der NBA Finals?

Nach seinem Monsterblock in Spiel vier und dem sensationellen Alley-oop-Dunk in Spiel fünf scheint die Antwort einfach: Giannis Antetokounmpo!

Seine 32,2 Punkte, 13 Rebounds und 5,6 Assists pro Spiel unterstreichen seine Ausnahmestellung noch zusätzlich und lassen die Milwaukee Bucks mit einer 3:2-Führung in der Serie gegen die Phoenix Suns vom zweiten Titel der Franchise-Geschichte träumen. (Spielplan und Ergebnisse der NBA-Playoffs 2021).

Aber im Schatten des Greek Freak hat sich Khris Middleton zum ernstzunehmenden Co-Star neben der Basketball-Urgewalt Antetokounmpo gemausert. Neben Dwyane Wade und LeBron James (2012) sind die beiden Bucks-Akteure das einzige Duo, dem in einer Post-Season jeweils mindestens 500 Punkte und 100 Assists gelangen.

Dazu gelang dem Trio Antetokounmpo, Middleton und Jrue Holiday in Spiel vier Historisches: Erst zum fünften Mal überhaupt erreichten drei Spieler eines Teams in einem Finalspiel jeweils mehr als 25 Punkte bei mindestens 50 Prozent Wurfquote.

Zuletzt gelang dies James Worthy, Kareem Abdul-Jabbar und Magic Johnson 1985 gegen die Boston Celtics.

Middleton springt für Antetokounmpo in die Bresche

Aber dass Middleton nicht nur mit Antetokounmpo auftrumpfen, sondern das Team auch zum Sieg tragen kann, bewies er in Spiel vier. Nachdem Giannis in den Spielen zuvor mit 42 und 41 Punkten fast im Alleingang für den Ausgleich in der Serie sorgte, sprang Middleton in Spiel vier in die Bresche und steuerte seinerseits 40 Punkte zum dritten Triumph in Folge bei.

Vor allem in der Crunchtime zeigte er seine Bedeutung für die Bucks. 14 Punkte erzielte er allein im Schlussviertel. Insgesamt hat der Guard bereits 15 Mal in einem vierten Viertel in den Playoffs mit seinen Punkten ausgeglichen oder für die Führung gesorgt - und so mit LeBron James gleichgezogen, dem das 2007 gelang.

„Die ganze harte Arbeit zahlt sich nun aus für Khris“, lobte Antetokounmpo seinen Teamkollegen.

Einmal in Fahrt setzte der heiße MVP-Kandidat der diesjährigen Finals seine Lobrede auf den Teamkollegen fort. „Ich glaube manchmal, dass er nicht genug Anerkennung bekommt. Er ist ein wahnsinniger Spieler. Er macht 40 Punkte in einem Spiel der NBA Finals und war kein All Star in diesem Jahr. Worüber reden wir eigentlich?“

Lob auch vom Gegner

Aber nicht nur aus den eigenen Reihen hagelte es Komplimente, selbst der Gegner musste die Leistung des 29-Jährigen neidlos anerkennen. „Er punktet in allen drei Bereichen des Courts“, klang Suns-Forward Jae Crowder fast schon verzweifelt. „Er ist super von Downtown, trifft aus der Mitteldistanz und versenkt seine Floater. Deswegen ist er so schwer zu verteidigen. Er kann den Ball von überall versenken.“

Und auch Mikal Bridges, der in der Finalserie zumeist die Verteidigung von Middleton übernehmen muss, spricht bemerkenswert positiv von seinem Widersacher. Vor allem seine Spielintelligenz mache es so schwer, ihn zu verteidigen. Dadurch könne man ihn nicht einfach foulen, denn „er zieht das Foul zusätzlich. Du musst es ihm einfach schwer machen.“

Teambesitzer? Middleton denkt an Zeit nach der Karriere

Aber sein schlaues Köpfchen setzt der Guard der Bucks nicht nur auf dem Spielfeld ein, er macht sich auch schon Gedanken über seine Zeit nach der Karriere. Um dann auch weiterhin dem Basketball verbunden zu bleiben, hat er sich im April einen Minderheitsanteil an den Brisbane Bullets - einem Team in der australischen National Basketball League (NBL) - gesichert.

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Dort ist er in guter Gesellschaft. Mehrheitseigentümer der Bullets ist Kevin Martin, der seinerseits in seinen zwölf NBA-Jahren als einer der besten Punktesammler galt.

Dazu ist Thaddeus Young, seines Zeichens Power Forward bei den Chicago Bulls, ebenfalls Minderheitseigner des Teams.

„Teil einer Eigentümergruppe zu sein, ist etwas, das ich auf jeden Fall machen wollte“, erklärte Middleton diesen Schritt, den er sich zuvor genau überlegt hatte. „Als Spieler kann es (Teameigner zu sein, Anm. d. Red.) schwierig sein“, gab er zu, aber er kam zu dem Entschluss, dass die Verantwortung seine Spielerkarriere nicht beeinflussen würde.

Vielleicht eine Rückkehr in die NBA als Teamchef?

Aber es würde ihm eine Möglichkeit bieten, sein Geld zu investieren und damit auch nach der Karriere weiter Geld verdienen zu können - zumal mit einem Geschäftsfeld, „an dem ich interessiert bin.“

Doch die NBL soll nur ein Zwischenschritt sein. Nach seiner Karriere könnte Middleton womöglich wieder in die NBA zurückkehren - diesmal als Besitzer.

Bevor es allerdings so weit ist, kann er in diesem Jahr seinen ersten Ring holen. Mit Giannis Antetokounmpo hat er ein dickes Ass im Ärmel im Kampf um die Larry O‘Brien Championship Trophy.

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Und sollte der Greek Freak einmal nicht das Spiel dominieren, nimmt Middleton die Sache einfach selbst in die Hand.

Oder wie es Antetokounmpo ausdrückt: „Ich gebe Khris den Ball und geh ihm dann schnellstmöglich aus dem Weg!“




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