Dieses Erfolgsduo war böse verkracht

Dieses Erfolgsduo war böse verkracht
Dieses Erfolgsduo war böse verkracht

Ein Erfolgs-Duo hat sich zurückgemeldet - nachdem es sich eigentlich schon in aller Öffentlichkeit zerstritten hatte.

Im French-Open-Doppelwettbewerb der Damen feierten Kristina Mladenovic und Caroline Garcia am Sonntag im Finale einen Dreisatzerfolg (2:6, 6:3, 6:2) gegen das US-Doppel Coco Gauff und Jessica Pegula und wiederholten damit ihren historischen Triumph aus dem Jahr 2016. (NEWS: Alles zur WTA)

Damals hatten Mladenovic und Garcia eine 45 Jahre andauernde Durststrecke beendet: Seit Gail Sherriff Chanfreau und Françoise Dürr 1971 hatte kein rein französisches Doppel mehr das Heimspiel in Paris gewonnen. Mary Pierce, die vorher letzte Siegerin, hatte sich im Jahr 2000 - indem sie auch das Einzel gewonnen hatte mit der Schweizerin Martina Hingis zusammengetan. (Das wurde aus Tennis-Wunderkind Martina Hingis)

Die aus der Nähe von Dünkirchen stammende Mladenovic und Garcia - geboren in Saint-Germain-en-Laye bei Paris - bildeten ein Gespann, das noch viel vor sich zu haben schien, die beiden wurden zum „Doppel des Jahres“ gewählt, belegten Platz 2 der Doppel-Weltrangliste.

Dann aber krachte es mächtig.

2016: Mladenovic und Garcia mit Traumjahr

Nach den Australian Open 2017 kam es jedoch zum Bruch des Traumduos: Offiziell begründeten sie ihre Trennung kurz und knapp damit, sich mehr auf die Einzelkarrieren konzentrieren zu wollen.

Ob das wirklich der Grund oder nur die Folge des Zerwürfnisses war, ist unklar, sicher ist: Zwischenzeitlich sprachen die beiden nicht mal mehr miteinander.

Bereits 2017 - nach ihrer Trennung - stellte Mladenovic klar, dass sie und Garcia nie die besten Freundinnen gewesen seien. „Neben dem Tennis waren wir nie zusammen beim Essen, wir haben auch nie zusammen eingekauft oder sowas. Unsere Interessen waren zu unterschiedlich.“

In ihrer damals regelmäßig veröffentlichten Kolumne Kickin‘ it with Kiki warf sie Garcia auch vor, den von ihr geäußerten Trennungswunsch nur per Telefon-Nachricht übermittelt zu haben: „Sie hatte nicht den Mut oder die menschlichen Größe, zu mir zu kommen und von Angesicht zu Angesicht mit mir zu sprechen und zu sagen: ‚Hör zu, Kiki, ich habe diese Ziele, ich sehe das so, ich möchte aus diesem Grund aufhören‘, aber das ist nicht passiert.“

Beim Turnier in Indian Wells hätten sie sich die beiden dann mal zufällig im Eisbad getroffen - und es kam laut Mladenovic zu einer peinlichen Situation: „Sie war überrascht, dass ich ihr die kalte Schulter gezeigt habe. Sie wollte wissen, warum ich mich so verhalten würde und ich sagte: ‚Das fragst du mich?“

Als sie Garcia dann darauf angesprochen habe, warum sie ihr nur eine Nachricht geschickt und nicht persönlich mit ihr gesprochen hätte, habe Garcia bloß geschwiegen: „Ich fühlte mich ein bisschen respektlos behandelt, denn ich lege großen Wert auf menschliche Werte.“

Langsame Annäherung und erster Erfolg

Der Streit ging so weit, dass sich auch andere französische Spielerinnen gegen Mladenovic stellten. Damit hatte der Zoff auch direkte Auswirkungen auf die französische Damen-Nationalmannschaft.

Aber die Zeit heilt bekanntlich alle Wunden und mit etwas Abstand haben die beiden Ex-Kolleginnen wieder zueinandergefunden. Das erste Ausrufezeichen setzte das französische Erfolgs-Duo beim Billie Jean King Cup 2019.

Bei dem damals noch unter dem Titel Fed Cup veranstalteten Wettbewerb sorgten Mladenovic und Garcia mit ihrem Doppelsieg für den entscheidenden dritten Punkt im Finale gegen Australien.

French Open: Rückkehr an den Ort ihres größten Triumphes

In Paris haben sie nun eine triumphale Rückkehr an den Ort ihres vielleicht größten Erfolgs ihrer gemeinsamen Zeit gefeiert - obwohl sie verletzungsbedingt seit ihrer Trennung vor Paris erst vier gemeinsame Spiele absolviert hatten.

Ihre Startberechtigung bei den French Open bekamen sie nur per Wild Card. Dementsprechend überwältigt waren sie nach ihrem Sieg.

„Es ist also definitiv eine große Überraschung, denn 2016 waren wir in einer anderen Situation. Wir waren beide Top 10 im Doppel. Wir waren ein großes Team, also hat man mit uns gerechnet. Das war dieses Jahr nicht der Fall“, beschrieben sie die Ausgangslage im WTA-Interview nach dem Paris-Finale.

Zukunft? „Jetzt müssen wir reden“

Wie es nun weitergeht, steht allerdings noch nicht fest. Die bisherige Absprache ging nur bis zu Roland Garros. Die zweite Saisonhälfte wurde nicht diskutiert - bis jetzt. „Jetzt ist der Zeitpunkt da! Jetzt müssen wir reden“, erklärte Mladenovic lachend.

Immerhin eine Sache ist schon mal sicher: „Wir werden auf jeden Fall Wimbledon spielen“, stellte Garcia fest.

Eine weitere Funkstille zwischen den beiden Doppelexpertinnen scheint also nicht in Sicht zu sein.

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