Erfolgsballast 8h Bahrain 2020: Handicap bleibt, wird aber abgeändert

Heiko Stritzke
·Lesedauer: 2 Min.

Der Kampf um den WM-Titel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2019/20 wird wie vom Reglement vorgesehen mit ungleichen Waffen ausgetragen. Der Toyota TS050 Hybrid #7 von Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose-Maria Lopez wird pro Runde 0,54 Sekunden langsamer eingestuft sein als das Fahrzeug #8 von Kazuki Nakajima, Sebastien Buemi und Brendon Hartley.

Das Handicap fällt jedoch geringer aus als in vergangenen Rennen: Weil kein anderer LMP1 auf dem Bahrain International Circuit in Sachir am Start stehen wird, werden andere LMP1-Fahrzeuge in der Berechnung komplett ausgeblendet.

Das heiß: Dem Reglement zufolge hätte der Toyota #7 um 2,16 und der Toyota #8 um 2,70 Sekunden pro Runde eingebremst werden müssen. Da die anderen Fahrzeuge jedoch ausgeblendet werden, darf die #7 voll fahren und die #8 wird um 0,54 Sekunden verlangsamt. Das heißt, dass beide Toyotas deutlich schneller fahren können, als wenn das Reglement streng ausgelegt worden wäre.

Toyota hat dem FIA-Langstrecken-Komitee bereits bei den 6 Stunden von Spa 2020 vorgeschlagen, nicht mehr teilnehmende Fahrzeuge aus der Berechnung auszuschließen. Das wurde aber nicht umgesetzt. Damals wurden beide Toyotas und der Rebellion #1 eingebremst, obwohl das Referenzfahrzeug (LNT-Ginetta) gar nicht am Start stand.

Für Bahrain hat sich Toyota dafür eingesetzt, am Erfolgsballast festzuhalten. Die WEC ist durch die Kalenderumstellung im Zuge der COVID-19-Pandemie in eine komplizierte Situation geraten: Ursprünglich sollten die 24 Stunden von Le Mans das Finale der Saison 2019/20 sein, wo der Erfolgsballast wie geplant nicht zum Einsatz gekommen ist.

Durch die Verlängerung des Kalenders - die 8 Stunden von Bahrain ersetzen die ausgefallenen 1.000 Meilen von Sebring - steht nun ein Rennen als Finale auf dem Programm, das so nie vorgesehen gewesen ist. Sollten nun die Handicaps ein zweites Mal abgeschafft werden? Die Toyota-Fahrer waren dagegen, selbst Kazuki Nakajima aus der #8 sprach sich für eine Anwendung des Erfolgsballasts aus.

Toyota-Technikchef Pascal Vasselon sagt: "Der Erfolgsballast muss über eine komplette Saison hinweg in Betracht gezogen werden. Bislang ist die #7 in drei von sechs WEC-Läufen im Nachteil gewesen, die #8 hingegen nur einmal." Die anderen beiden Male waren Le Mans und der Saisonauftakt in Silverstone 2019, als jeweils keine Handicaps vergeben wurden.

Die Regeln sind damit einfach: Wer auch immer Bahrain gewinnt und die 38 Punkte holt, ist Weltmeister. Conway/Kobayashi/Lopez stehen damit in der Pole-Position für den Titelgewinn. Vom reinen Speed her sollte die #7 in Bahrain nicht zu schlagen sein. Aber sie müssen acht lange Stunden überstehen, um sich endlich die Krone aufsetzen zu dürfen.

Mit Bildmaterial von LAT.