Erdogan wirft Israel Nazi-Methoden gegen Palästinenser in Gaza vor

Erdogan bei Kundgebung am Freitag

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Israel Nazi-Methoden im Umgang mit den Palästinensern im Gazastreifen vorgeworfen. "Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Grauen, das die Juden in Europa vor 75 Jahren erlebt haben, und der Brutalität, der unsere Brüder in Gaza ausgesetzt sind", sagte Erdogan am Freitagabend bei einem Gipfeltreffen islamischer Staaten in Istanbul.

Mit Blick auf die Israelis sagte Erdogan, ein Volk, "das im Zweiten Weltkrieg in den Konzentrationslagern allen Arten von Folter ausgesetzt war, greift nun die Palästinenser mit Methoden an, die denen der Nazis ähneln". Das Vorgehen Israels gegen Gaza sei "Banditentum, Brutalität und Staatsterrorismus".

Zuvor hatte der türkische Regierungschef Binali Yildirim Israel in einer scharfen Ansprache vorgeworfen, durch die Besetzung von palästinensischem Land und die Missachtung internationalen Rechts "Hitler und Mussolini" nachzuahmen.

Auf dem Sondergipfel in Istanbul treffen sich die Staaten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC); Erdogan ist Vorsitzender der OIC. Die tödlichen Schüsse des israelischen Militärs und seiner Scharfschützen auf die zumeist unbewaffneten Demonstranten stießen in der islamischen Welt auf einhellige Kritik. Allerdings erscheint es angesichts der Differenzen zwischen den OIC-Staaten unwahrscheinlich, dass sie sich in Istanbul auf konkrete Maßnahmen einigen können.