Erdogan kritisiert US-Sanktionen als "offenen Angriff" auf Souveränität der Türkei

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die jüngsten US-Sanktionen gegen sein Land scharf kritisiert. "Diese Entscheidung ist ein offener Angriff auf unsere Souveränität", sagte Erdogan in einer Fernsehansprache am Mittwoch. Die Regierung des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump hatte am Montag Sanktionen gegen die Rüstungsbehörde SSB des türkischen Nato-Verbündeten verhängt.

Derartige Sanktionen würden seit 2017 nur noch gegen die Türkei verhängt, sagte Erdogan. "Was für ein Bündnis ist das?" Das türkische Außenministerium und der russische Außenminister Sergej Lawrow hatten den Schritt bereits am Montag verurteilt. Ankara rief die USA auf, die "ungerechte" Entscheidung zurückzunehmen.

Die USA kritisieren den Kauf des russischen Raketenabwehrsystems S-400 durch die Türkei. Washington sieht ein Sicherheitsrisiko und fürchtet, dass Russland über das Raketensystem Zugang zu sensiblen Daten der Nato erhalten könnte.

Der Kauf des russischen Waffensystems im vergangenen Jahr hatte bereits zuvor Konsequenzen für die Türkei: Die USA warfen den Nato-Partner aus dem Produktionsprogramm für die neue Generation der F35-Kampfflugzeuge.

fwe/ju