Erdogan kritisiert überraschend Diskriminierung von Frauen im Islam

Lennart Pfahler
Erdogan setzt sich für Frauenrechte ein?

► Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat einen islamischen Gelehrten kritisiert, der mit frauenfeindlichen Kommentaren für Wirbel gesorgt hat.

► Der türkische Präsident erklärte zum Weltfrauentag am Donnerstag, religiöse Bestimmungen aus dem 14. und 15. Jahrhundert ließen sich nicht länger in der gegenwärtigen Gesellschaft umsetzen. Das berichtet die türkische Zeitung “Hürriyet”.

► Der in der Türkei bekannte Prediger Nureddin Yildiz hatte zuletzt in einer Videobotschaft erklärt: “Frauen sollten Gott dankbar sein, weil Gott Männern erlaubt hat, Frauen zu schlagen.”

Darum ist Erdogans Aussage bemerkenswert:

Dass Erdogan sich als Islam-Reformer positioniert, ist durchaus ungewöhnlich. Zuletzt war der türkische Präsident zum Beispiel dadurch aufgefallen, dass er Strafen für Ehebrecher forderte.

Erdogan gilt als Verfechter eines konservativen Frauen– und Familienbildes.

► Nun kritisierte Erdogan Prediger wie Yilidiz: “Sie wissen nicht einmal, dass der Islam wandelbar ist. Diese Prediger haben keinen Platz in unserer Religion.” 

Was ihr noch wissen müsst:

Erdogan deutete auch einen pragmatischen, politischen Zweck seiner Aussage an.

Er will die Religionsbehörde Diyanet weiter stärken. Die Behörde solle “eine aktivere Rolle” dabei einnehmen, um religiöse Bestimmungen an die sozialen Gegebenheiten der Gegenwart anzupassen, sagte Erdogan.  

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