Türkei-Wahl: Vor dieser Allianz zittert Erdogan

Lennart Pfahler
Recep Tayyip Erdogan: Seine Macht könnte bröckeln – wenn die Opposition den richtigen Ton trifft.

Nun soll es schnell gehen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat für Ende Juli Neuwahlen angekündigt. Die Türken werden damit schon ein Jahr früher als geplant über den neuen Präsidenten und das Parlament abstimmen.

Erdogan will damit den Umbau seines Landes zu einem Präsidialsystem abschließen, den er mit einem Referendum im April vergangenen Jahres angestoßen hatte.

Doch der Schritt birgt für den Chef der islamisch-konservativen Partei AKP auch ein erhebliches Risiko. Denn die türkische Opposition hat ihre Chance erkannt – und baut an einer vielversprechenden Allianz, die Erdogan gefährlich werden könnte.

Die neue Konstellation in der Türkei auf den Punkt gebracht.

Wie ist die Lage der türkischen Opposition?

► Die bislang stärkste Oppositionspartei in der Türkei ist die kemalistische CHP, die über 100 Sitze in der Nationalversammlung hält.

CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu organisierte im vergangenen Sommer einen Protestmarsch gegen Erdogan, an dem über eine Million Menschen teilnahmen.

► Dennoch halten viele Oppositionelle Kilicdaroglu für zu zögerlich, um Erdogan in Wahlen zu bezwingen.

Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP ist von der türkischen Regierung und der Justiz des Landes weitestgehend zerschlagen worden. Selahattin Demirtaş, langjähriger Co-Vorsitzender der HDP, steht weiter vor Gericht. Zahlreichen Abgeordneten wird Terror-Unterstützung vorgeworfen.

► Zu Beginn des Jahres gründete sich die Iyi-Partei, eine Abspaltung der mit Erdogan verbündeten rechtsnationalen Partei MHP. Ihre Gründerin Meral Aksener hat es zu ihrem Ziel erklärt, Erdogan zu stürzen.

► Zudem werden bei der Wahl mehrere kleinere Parteien antreten.

Welche Allianz bildet sich jetzt?

► Am Wochenende wurde ein bemerkenswerter Schritt bekannt: 15 Abgeordnete der CHP sind zur Iyi-Partei übergetreten, um dieser die Teilnahme an den vorgezogenen Wahlen im Juni zu ermöglichen.

► Mit den Neuzugängen besitzt...

Weiterlesen auf HuffPost