Erdoğan trifft Putin: Ankara und Moskau nähern sich an

Es ist bereits ihr fünftes Treffen in diesem Jahr. Im russischen Sotschi wollen Kremlchef Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan über den Syrienkrieg sprechen. Auf der Tagesordnung stehen auch gemeinsame Wirtschaftsprojekte.

Nach einer diplomatischen Eiszeit wollen die Türkei und Russland jetzt wieder an ihren Beziehungen schrauben. Viele türkische Unternehmer setzen große Hoffnungen in Erdogans Russlandbesuch:

Naki Karaaslan, Präsident des Verbands türkischer Unternehmer in Russland „RTIB“, sagte im euronews-Interview: „Vor der Krise gab es rund 3.000 türkische Unternehmen in Russland, heute sind es nur noch 1.500. Der Handelsumsatz pro Jahr betrug 35 bis 36 Millionen Dollar. Jetzt ist es nur noch die Hälfte. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir den Handel wieder ankurbeln können.“

Die Krise begann Ende 2015 mit dem Abschuss einer russischen Militärmaschine durch die Türkei. Die Reaktion aus Moskau: Sanktionen und die Wiedereinführung der Visumspflicht für Türken.

„Vorher gab es Visa-Freiheit für türkische Staatsbürger in Russland und dank ihr kamen viele Touristen – rund 300.000 jährlich. Derzeit gibt viel weniger türkische Besucher und das hat auch Auswirkungen auf die Geschäftswelt und die Gastronomie“, so Karaaslan weiter.

Wie bereits bei den jüngsten Treffen dürften die Zeichen zwischen Moskau und Ankara auch beim Zweiergipfel in Sotschi auf Versöhnung stehen. Schon Anfang des Monats hatte Putin Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei aufheben lassen.