Erdoğan gefährdet die deutsche Wirtschaft, um seine politische Karriere zu retten

John Stanley Hunter
Erdogan

In zwei Jahren steht die nächste Wahl in der Türkei an, und der Sieg von Recep Tayyip Erdoğan gilt noch nicht als sicher. Sein Ziel: Mehr als 50 Prozent der Stimmen zu bekommen — aktuelle Umfragen sehen ihn bei 44 Prozent. Nach den politischen Unsicherheiten der vergangenen Jahre hängt die Zustimmungsrate des Präsidenten sehr stark von der wirtschaftlichen Situation seiner Bürger ab.

Erdoğan will das Wahlergebnis wohl nicht den Launen der freien Marktwirtschaft überlassen, und setzt auf wirtschaftliche Anreize, die innerhalb kürzester Zeit spürbar für seine Wähler sein sollen. Damit geht er nicht mit der Wirtschaft der Türkei ins Risiko, sondern auch mit jener der Partnerländer, zum Beispiel Deutschland.

Erst kürzlich setzte Erdoğan großzügige Steuervergünstigungen durch und erhöhte den Kreditgarantiefonds von 20 Milliarden auf 250 Milliarden Lira (64 Milliarden Euro), womit Bankkredite an kleine und mittelständische Unternehmen abgesichert wurden. Wie das Geld konkret investiert wird, ist nicht klar.

Stimulierungsinitiativen für den Inlandsmarkt haben eine kurzfristige Wirkung

Jan Nöther, Chef der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer, sagte Business Insiderdie Maßnahmen würden die gewünschten Wirkungen erzielen und das Verbraucherverhalten stimulieren. Als Beispiel nannte er den Inlandsabsatz von Möbeln, der nach der im Februar vorgenommenen Ermäßigung der Mehrwertsteuer um 40 Prozent zunahm.

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