Erbschaften in Deutschland: Wo das Geld zu Hause ist

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehr als 100 Milliarden Euro vererbt oder geschenkt. So viel wie nie zuvor. Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) zeigt die aktuelle Statistik des Bundesfinanzministeriums. An den Zahlen zur Erbschaftsteuer lässt sich auch ablesen, in welchen Bundesländern das Geld zu Hause ist.

Man (Swiss: MAN.SW - Nachrichten) wird nicht reich durch Arbeit. Auch in Deutschland nicht. Der (Shenzhen: 002631.SZ - Nachrichten) sicherste Weg (Sao Paolo: R2:WEGE3S.SA - Nachrichten) zum Wohlstand besteht darin, reiche Vorfahren zu haben. Die gute Nachricht für alle, die der hoffnungsfrohen Zielgruppe der Erben angehören: Die verschenkten und vererbten Summen werden immer größer. Das zeigt die aktuelle Erbschaftssteuerstatistik des Bundesfinanzministeriums.

Demnach haben Erbschaften und Schenkungen erneut einen Höchststand erreicht. Laut Bericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis), der gestern veröffentlicht wurde, wechselten im vergangenen Jahr Vermögenswerte in Höhe von 108,8 Milliarden Euro durch Schenkung oder Erbschaft den Besitzer. Steuerpflichtig wurden davon 37,7 Milliarden Euro. Der Staat durfte sich über 6,8 Milliarden Euro an Erbschaft- und Schenkungsteuer freuen, ein Plus von 24,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Geld fließt in die Kassen der Länder.

Erbschaften und Schenkungen entwickelten sich unterschiedlich. Durch Erbschaften und Vermächtnisse wurde 2016 ein Vermögen im Wert von 43,6 Milliarden Euro übertragen, 15,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vererbt wurden überwiegend Bankguthaben, Wertpapiere, Anteile und Genussscheine. Das geschenkte Vermögen stieg im Vergleich zu 2015 um 1,4 Prozent auf 65,2 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich vor allem um Betriebsvermögen.

Deutschlands Landkarte des Reichtums

Ein Nebeneffekt des Erbschafts- und Schenkungsberichts ist, dass die Länderstatistiken Aufschluss darüber geben, wo in Deutschland das Geld zu Hause ist. Zwar lässt sich nicht eins zu eins vom Steueraufkommen auf die Vermögensverteilung schließen. Schließlich könnte das Geld in einem Bundesland erwirtschaftet, später aber in einem anderen vererbt worden sein. Doch tendenziell kann man feststellen: Längst nicht alle Regionen dürfen sich gleichermaßen über den Geldsegen freuen. Das Erbschaftssteueraufkommen ist höchst unterschiedlich verteilt.

Reiches Bayern

Die vielleicht größte Überraschung beim Blick auf die Regionalstatistik: Spitzenreiter bei der Erbschaftsteuer ist nicht das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW), in dem auch die großen Familiendynastien wie Oetker, Thyssen und Krupp zu Hause sind, die in den Vorkriegs und Wirtschaftswunderjahren enorme Reichtümer angehäuft haben. Spitzenreiter ist stattdessen Bayern. Erst auf Platz zwei folgt das Land NRW, Danach kommen das wohlhabende Baden-Württemberg und das vergleichsweise kleine Land Hessen.

Armer Osten

Weit abgeschlagen in der Erbschafts- und Schenkungsstatistik sind die ostdeutschen Bundesländer. Was nicht verwundert. Schließlich wurden große Vermögen, so sie im Osten nach dem Krieg vorhanden waren, in der DDR (NYSE: DDR - Nachrichten) verstaatlicht. Die Bürger in Ostdeutschland konnten deshalb erst seit der Wende in den 90er Jahren nachhaltig Vermögen aufbauen. Der Effekt ist deutlich zu sehen: In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde im vergangenen Jahr insgesamt nicht einmal halb so viel Vermögen vererbt wie allein in Hamburg. Nahezu die gesamten Erbschaftsteuereinahmen 2016 stammen aus dem Westen: rund 6,9 Milliarden Euro. Aus dem Osten flossen nur 108 Millionen Euro in die Staatskasse.

(MvA)

Die komplette Statistik als PDF-Dokument.