„Er versuchte, mich ins Bett zu ziehen“: Jetzt meldet sich Weinsteins Ex-Assistentin zu Wort

Immer mehr Frauen berichten über sexuelle Übergriffe von Filmboss Harvey Weinstein. Jetzt meldet sich auch seine ehemalige Assistentin zu Wort. (Bild: AP Photo)

Im Sexskandal um Harvey Weinstein meldet sich jetzt auch seine ehemalige Assistentin zu Wort. Diese bricht damit nicht nur ihr jahrelanges Schweigen, sondern auch eine Verschwiegenheitsvereinbarung zwischen ihr und dem Hollywood-Mogul.

Zelda Perkins wusste von den sexuellen Übergriffen ihres Chefs. Auch sie wurde jahrelang von Weinstein genötigt, wie die Frau am Montag in einem Interview mit der „Financial Times“ berichtete. Sein sexuelles Fehlverhalten soll mit dem ersten Tag begonnen haben, als er und Perkins allein in seinem Büro seiner Firma Miramax in London waren.

Er sei permanent nackt vor ihr herumgelaufen: „Er verließ den Raum und kam nur in seiner Unterwäsche zurück. Er fragte mich, ob ich ihm eine Massage geben könnte. Dann fragte er, ob er auch mich massieren könnte.“ Zudem bat er sie, stets mit ihm Zimmer zu sein, wenn er badete: „Ich musste ihn außerdem oft morgens im Hotel wecken und dann versuchte er, mich ins Bett zu ziehen.“

Sie beendete ihre Arbeit für den Filmproduzenten 1998, nachdem ihr eine Kollegin beim Filmfestival in Venedig von sexuellen Übergriff Weinsteins berichtete: „Sie erzählte mir, dass etwas Schreckliches passiert sei. Sie war geschockt und weinte und fand es sehr schwer, zu reden. Das machte mich unglaublich wütend.“

Zelda Perkins arbeitete in den 90er-Jahren als persönliche Assistentin Weinsteins. (Bild: Facebook)

Perkins nahm sich einen Anwalt und kündigte. In einer Einigung mit beiden Anwälten erhielten die Frauen 330.000 US-Dollar (ca. 280.000 Euro) von Weinstein und mussten eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterzeichnen. Doch die ehemalige Assistentin will nicht länger schweigen. Im Interview mit der „Financial Times“ erzählte sie: „Ich möchte diese Geheimhaltungsvereinbarung öffentlich brechen. Denn wenn es keiner tut, dann wird es nie eine Debatte darüber geben, wie mächtig diese Vereinbarungen sind und wie groß die Zwangsmaßnahmen, denen die Opfer ausgesetzt sind.“

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Perkins forderte in der Vereinbarung im Gegenzug eine Spende Weinsteins an eine Frauenwohltätigkeitsorganisation – und dass ihr ehemaliger Chef eine Therapie durchführen würde „solange ein Therapeut dies für notwendig hält“. Miramax versicherte, diese Klausel drei Jahre lang zu erfüllen. Das Filmunternehmen versprach außerdem, drei „Beschwerdeführer“ zu ernennen, um weitere Beschwerden sexueller Belästigung zu untersuchen. Sollte innerhalb von zwei Jahren nach dem Vertrag von Perkins eine weitere Beschwerde gegen Weinstein eingereicht worden sein, würde dies von Miramax an Disney gemeldet, oder sie würden Weinstein feuern.

Weinstein mit seiner Ex-Frau Georgina Chapman. Sie hat ihn nach zehn Jahren Ehe verlassen. (Bild: AP Photo)

Den rechtlichen Konsequenzen, die jetzt auf Perkins zukommen könnten, ist sie sich bewusst: „Ich wurde gewarnt, dass er und seine Anwälte versuchen würden, meine Glaubwürdigkeit zu zerstören. Sie sagten mir, er würde versuchen, mich und meine Familie zu zerstören. Doch ich möchte damit auch die Legitimität von solchen Vereinbarungen infrage stellen, in denen die Ungleichheit der Macht so stark ist und eher auf Geld als auf Moral beruht“, erklärte sie. „Ich möchte, dass andere Frauen, die sich davon einschüchtern lassen, sehen, dass der Himmel nicht gleich über ihnen hereinstürzt, wenn sie ihr Schweigen brechen. Meine ganze Welt ist zusammengebrochen, weil ich dachte, das Gesetz sei da, um diejenigen zu schützen, die sich daran halten. Doch ich habe erkannt, dass es nicht um Recht oder Unrecht, sondern nur um Macht und Geld geht.“

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