Er schüttelte dem Jungen im Rollstuhl doch die Hand: J. K. Rowling beschuldigt Trump zu Unrecht

J. K. Rowling beschuldigte US-Präsident Trump, einem kleinen Jungen im Rollstuhl absichtlich nicht die Hand gegeben zu haben. (Bild: AP Photo)

Auf Twitter hatte sich Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling kürzlich darüber aufgeregt, dass Donald Trump bei einer öffentlichen Konferenz einem Jungen im Rollstuhl nicht die Hand gegeben habe. Zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellte.

Bei einem Treffen des US-Präsidenten mit den von ihm so bezeichneten „Opfern“ der Gesundheitsreform von Ex-Präsident Obama soll er einen kleinen Jungen im Rollstuhl ignoriert haben. Dies zeigte ein auf Twitter veröffentlichtes Video, das Star-Autorin J. K. Rowling teilte, und dazu schrieb: „Trump äffte einen körperlich behinderten Reporter nach. Jetzt tut er so, als hätte er ein Kind im Rollstuhl übersehen“.

Rowling bezog sich damit auf eine Wahlkampfveranstaltung Trumps von letztem Jahr, bei der er einen körperlich behinderten Journalisten der „Washington Post“ nachäffte.

In einem weiteren Tweet fügte Autorin Rowling dann hinzu: „Wie unglaublich und wie schrecklich, dass Trump sich nicht einmal dazu durchringen kann, die Hand eines kleinen Jungen zu schütteln, der nur einmal den Präsidenten anfassen wollte.“ Beide Tweets hat Rowling mittlerweile gelöscht.

Tatsächlich hatte es auf dem von Rowling geposteten Video von Trumps Auftritt, so ausgesehen, als würde der Präsident den Jungen im Rollstuhl einfach ignorieren. Ein weiteres Video beweist jedoch, dass Rowling den Präsidenten zu Unrecht beschuldigt. Denn noch bevor Trump seine Rede begann, wandte er sich dem Jungen zu und begrüßte ihn mit einem langen Handschlag.

Jetzt wird Rowling von vielen Seiten für ihre Falschaussage kritisiert. Vor allem der britische Journalist Piers Morgan schießt gegen Rowling und nennt sie eine „erbärmliche Lügnerin“. Der Trump-Unterstützer findet es unerhört, dass Rowling ihre Aussage jetzt weder zurückzieht noch ihre Tweets löscht und es offenbar auch nicht für nötig hält, sich beim Präsidenten zu entschuldigen.

Sogar die Mutter des kleinen Jungen meldete sich auf Facebook zu Wort und schrieb: „Kann bitte jemand J. K. Rowling eine Nachricht schicken: Trump hat meinen Sohn nicht ignoriert und Montay ist drei Jahre alt, Händeschütteln ist nicht so sein Ding. Er hat ihm sogar seine neu erworbene Anstecknadel gezeigt.“

Die Nachricht hat die Autorin erreicht. Mittlerweile hat sie ihre ursprüngliche Aussage zurückgezogen und sich in mehreren Tweets bei dem Jungen und seiner Familie entschuldigt.

Rowling schrieb: “Zu meinen Tweets bezüglich des kleinen Jungen im Rollstuhl, dessen ausgestreckte Hand der Präsident in einem Pressevideo augenscheinlich ignorierte: Mehrere Quellen haben mich informiert, dass das keine vollständige Darstellung der Interaktion war. Ich habe offensichtlich meine eigenen Gefühle zu dem Thema, dass behinderte Menschen ignoriert oder übersehen werden, auf die Bilder, die ich gesehen habe, projiziert, und wenn das dem Jungen oder seiner Familie Sorgen bereitet hat, entschuldige ich mich ohne Vorbehalt. Diese Tweets werden bleiben, aber ich lösche die vorherigen zu dem Thema.”

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