Eon will sich komplett von Kohle- und Gasgeschäft trennen

Der finnische Energieversorger Fortum schließt einem Medienbericht zufolge betriebsbedingte Kündigungen nach der Übernahme der Uniper-Anteile vom Energiekonzern Eon aus

Der Energiekonzern Eon will sich komplett von seinem konventionellen Stromgeschäft trennen. Eon befinde sich mit dem finnischen Konzern Fortum in "fortgeschrittenen Gesprächen" über den Verkauf seiner verbliebenen Anteile an seiner Tochtergesellschaft Uniper, teilte Eon am Mittwoch in Essen mit. Derzeit würden "verschiedene Fragen mit den zuständigen Behörden geklärt". Die Vereinbarung könnte demnach noch in diesem Jahr geschlossen werden. Eon hält derzeit knapp 47 Prozent an Uniper.

Der Konzern hatte das Geschäft mit Strom aus Kohle und Gas vergangenes Jahr an Uniper ausgegliedert und konzentriert sich selbst seitdem auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen. Eon zufolge bietet Fortum 22 Euro je Uniper-Aktie; im Falle einer Einigung würde dem Energiekonzern für seinen Uniper-Anteil ein Gesamterlös von 3,8 Milliarden Euro zufließen.

Uniper erklärte indes, "Fortum nicht um ein Übernahmeangebot gebeten" zu haben. "Dieser Vorstoß kommt unaufgefordert und passt nicht zu unserer Strategie", teilte Uniper-Chef Klaus Schäfer mit. Wenn ein offizielles Angebot unterbreitet werde, würden Vorstand und Aufsichtsrat sich "eingehend damit befassen". Dabei würden "die Interessen des Unternehmens und seiner Mitarbeiter, Investoren und Kunden, die gute Wertperspektive als eigenständiges Unternehmen sowie Unipers Bedeutung für eine sichere Energieversorgung besonders berücksichtigt".

Der Umbau von Eon hatte im vergangenen Jahr für den größten Verlust der Unternehmensgeschichte gesorgt. Das Atomgeschäft musste Eon auf Druck der Politik im Mutterkonzern behalten. Für den Beitrag an der Finanzierung des Atomausstiegs sicherte sich Eon im März mit einer Kapitalerhöhung in Höhe von 1,35 Milliarden Euro ab. Der Konzern muss hier insgesamt zehn Milliarden Euro zahlen.