Eon erwartet nach Innogy-Übernahme höheren Gewinn

ESSEN (dpa-AFX) - Der Energiekonzern Eon <DE000ENAG999> will nach der Übernahme des Konkurrenten Innogy <DE000A2AADD2> den Gewinn im laufenden Jahr steigern. Ein Unsicherheitsfaktor bleiben dabei jedoch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Zwar sei Eon nicht so hart getroffen, wie andere Branchen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit. Jedoch erwartet Konzernchef Johannes Teyssen "sichtbare Auswirkungen" auf die Bilanz.

Der Energieverbrauch bei Industrie und Gewerbe gehe spürbar zurück, erklärte er. "Das wirkt sich - zeitlich befristet - auf Netze und Vertrieb aus." Bei Projekten etwa im Bereich der Energieinfrastruktur könne es zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Die Prognose für 2020 berücksichtigt die aktuellen Konjunktureffekte jedoch noch nicht. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) soll auf 3,9 bis 4,1 Milliarden Euro steigen. Im Vorjahr lag diese Kennziffer bei 3,2 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss soll von 1,5 Milliarden auf 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro zunehmen.

Den für 2019 bereits bekannte Dividendenvorschlag von 0,46 Euro je Aktie bestätigte Eon. Die Zahlen von 2019 lagen im Rahmen der vom Management ausgegeben Ziele. Jedoch sind sie nur bedingt vergleichbar. So ist Innogy erst seit Ende September voll konsolidiert. Jedoch wird noch der Teil der erneuerbaren Energien in diesem Jahr an RWE <DE0007037129> übertragen. Seine eigenen Geschäfte mit den Erneuerbaren hat Eon bereits zum 1. Oktober an RWE übergeben.

Die beiden Energieriesen haben Innogy unter sich aufgeteilt. Eon behält nach Abschluss der kompletten Transaktion das Netz- und das Endkundengeschäft. Der Konzern hält bereits mehr als 90 Prozent der Innogy-Aktien. Die verbliebenen Aktionäre sollen nun mit einer Barabfindung aus dem Unternehmen gedrängt werden.