Eon-Aufsichtsratschef will Wogen im Streit mit Uniper glätten

dpa-AFX

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Eon-Aufsichsratschef Karl-Ludwig Kley hat im aus dem Ruder gelaufenen Übernahmekampf um die frühere Tochter und jetzige Beteiligung Uniper Fehler in der Kommunikation eingeräumt. Den geplanten Verkauf des 47-prozentigen Anteils an den finnischen Kraftwerksbetreiber Fortum verteidigte er aber. "Mit der Entscheidung, die wir getroffen haben, bin ich völlig im Reinen. Auch nach intensiver Prüfung bin ich fest davon überzeugt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben", sagte er dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). "Aber in der Kommunikation hätten wir alle besser agieren können. Da schließe ich mich ausdrücklich mit ein."

Kley versucht, es jetzt besser zu machen und die Wochen zu glätten. "Ich habe mich mit Herrn Reutersberg (Anmerkung der Redaktion: Uniper-Aufsichtsratschef Bernhard Reutersberg) getroffen. Auch wenn wir unterschiedliche Positionen haben, es war ein sehr gutes Gespräch. Wir haben uns darüber verständigt, dass von nun an keine Zeitung - auch nicht das Handelsblatt - mehr über Briefe und Gespräche zwischen uns beiden berichten kann. Daran halte ich mich."

Eon hatte im September angekündigt, seine restlichen knapp 171 Millionen Uniper-Aktien im Paket für 22 Euro je Stück oder knapp 3,8 Milliarden Euro insgesamt an Fortum verkaufen zu wollen. Da Eon dabei die Uniper-Spitze nicht eingebunden hatte, sind die Fronten zwischen den beiden Unternehmen verhärtet. Uniper-Chef Klaus Schäfer wirft seinem Pendant Johannes Teyssen vor, ihn übergangen und sein Wort nicht gehalten zu haben. Schäfer wehrt sich gegen den Verkauf an Fortum.

Vergangene Woche hatte er aber auch zum ersten Mal Gesprächsbereitschaft angedeutet. Nach einem ersten "konstruktiven" Treffen mit Fortum-Chef Pekka Lundmark sollen weitere Gespräche "zeitnah" folgen, sagte Schäfer. Dabei forderte er Fortum erneut auf, verbindliche Zusagen im Falle einer Übernahme zu machen. Schäfer hofft, die Gespräche in "einigen Wochen" zum Abschluss bringen zu können.

Uniper fürchtet als Folge einer Übernahme um tausende Arbeitsplätze bis hin zur Zerschlagung. Den Aktionären empfahlen dabei Vorstand und Aufsichtsrat, das Angebot nicht anzunehmen. Die Entscheidung fiel dabei den Angaben zufolge "einstimmig, beziehungsweise ohne Gegenstimmen". Schäfer kündigte an, die Unabhängigkeit Unipers "soweit wie möglich" sichern zu wollen.