Entwurf für Abschlusspapier der COP27: Öl und Gas nicht erwähnt

SCHARM EL SCHEICH (dpa-AFX) -Kurz vor dem geplanten Abschluss des Weltklimagipfels in Ägypten liegt den Vertretern aus rund 200 Staaten erstmals ein offizieller Entwurf für eine Abschlusserklärung vor. In dem 10-seitigen Papier der ägyptischen Konferenzleitung vom Freitagmorgen wird ein schrittweiser Kohleausstieg gefordert. Die Forderung etlicher Staaten und Klimaaktivisten, auch den Abschied von Öl und Gas festzuschreiben, wird aber nicht aufgegriffen. Ebenfalls noch ungeklärt ist die Streitfrage, ob unter dem Dach der Vereinten Nationen ein Fonds eingerichtet wird, der arme Länder für unabwendbare Klimaschäden entschädigt. Gemeint sind fatale Folgen der Erderwärmung wie Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürme, aber auch der steigende Meeresspiegel.

Es ist der erste förmliche Textentwurf, bisher hatte es nur Eckpunkte gegeben. In dem neuen Dokument werden die Staaten aufgefordert, ihre größtenteils unzulänglichen Klimaschutzpläne bis spätestens zur nächsten Klimakonferenz nachzubessern, die Ende 2023 in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfindet. Das UN-Treffen COP27 in Scharm el Scheich mit etwa 34 000 Teilnehmern soll planmäßig am späten Freitagnachmittag enden, doch ist eine Verlängerung ins Wochenende sehr wahrscheinlich.

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans hatte am Morgen angekündigt, er wolle in der scharfen Debatte über einen Ausgleich für Klimaschäden Kompromissbereitschaft zeigen und "Brücken bauen". Die Einrichtung des von Dutzenden ärmeren Staaten geforderten Fonds sei aus EU-Sicht zwar nicht die bevorzugte Variante, aber man gehe einen Schritt auf die Entwicklungsländer zu.