Entwicklungsorganisation: Ukraine-Hilfe nicht zulasten der Ärmsten

BERLIN (dpa-AFX) - Die Entwicklungsorganisation One hat davor gewarnt, angesichts des Ukraine-Kriegs Finanzmittel für die restliche weltweite Entwicklungszusammenarbeit zu kürzen. Die Kosten für die Versorgung von Geflüchteten aus der Ukraine seien in diesem Jahr etwa halb so hoch wie die deutschen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit im gesamten vergangenen Jahr, heißt es in einer Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Natürlich müsse Deutschland den Menschen aus der Ukraine helfen. "Was allerdings nicht passieren darf, ist, dass Deutschland diese Hilfe zulasten der Länder mobilisiert, die am stärksten von Armut, Hunger oder vermeidbaren Krankheiten betroffen sind", warnte One-Referentin Hannah Lang. "Ukraine-Hilfe und Armutsbekämpfung in der Welt - wir dürfen das eine nicht gegen das andere ausspielen."

Technisch gesehen wird die Ukraine-Hilfe auch als Entwicklungsgeld angerechnet. Auf dem Papier könnte Deutschland laut One damit weniger in die Bekämpfung extremer Armut, der Hungerkrise, der Pandemie und der Klimakrise investieren - und trotzdem offiziell die Entwicklungsausgaben stabil halten oder sogar erhöhen. Die Organisation forderte die Bundesregierung auf, Mittel zur Unterstützung der Ukraine zusätzlich zur Unterstützung der Länder aufzuwenden, die am stärksten von Armut betroffen sind.

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