Entwicklungsminister Müller droht Textilfirmen mit Sanktionen

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat den Unternehmen der Textilbranche langfristig mit Sanktionen gedroht, falls sie in ihren ausländischen Fabriken und bei Zuliefererbetrieben nicht für faire Arbeitsbedingungen sorgen. Kommende Legislaturperiode werde sich zeigen, ob der bisherige Ansatz der Freiwilligkeit Früchte trage, "oder ob wir nicht verbindliche Rahmenbedingungen brauchen", sagte der CSU-Politiker am Donnerstag bei der Vorstellung seines Buches "Unfair! Für eine gerechte Globalisierung". Der CSU-Politiker hatte 2014 ein Textilbündnis für bessere Umwelt- und Sozialstandards gegründet.

Er habe dieses Buch geschrieben, weil er seine Visionen jenseits der Tagespolitik darlegen wolle, sagte Müller. Um Veränderungen anzustoßen, sei es gelegentlich notwendig, "einen Stein ins Wasser zu werfen". Sein Autorenhonorar will der Minister drei Stiftungen zukommen lassen. Eine von ihnen ist die Stiftung "Menschen für Menschen", die seit über 35 Jahren Hilfe in Äthiopien leistet.

Dass die Bundesregierung während ihrer G20-Präsidentschaft die Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika in den Fokus gerückt habe, sei nicht alleine der Flüchtlingskrise geschuldet, sondern auch Müllers Verdienst, erklärte Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU). Er sagte: "Wir müssen dafür sorgen, dass der Hunger nicht bagatellisiert wird."