Nach enttäuschender E3-Präsentation: Nintendo-Aktie unter Druck

Benedikt Kaufmann
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Nach enttäuschender E3-Präsentation: Nintendo-Aktie unter Druck

Auf der Videospiel-Messe E3 kündigte Nintendo einige neue Spiele für die Switch an. Anleger und Analysten zeigen sich dennoch von der Präsentation enttäuscht – denn wirkliche Überraschungen blieben aus. Die Aktie gerät deutlich unter Druck und verliert rund sechs Prozent

Keine Überraschung

„Fortnite“ – das heißeste Game des Jahres – ist ab sofort auch auf der Switch verfügbar. Desweiteren kündigte Nintendo Dienstagabend auf der E3 Neuauflagen der Klassiker „Super Mario Party“ und „Super Mario Smash Brothers“ an. Mit wirklichen Neuigkeiten wartete der Konsolen-Hersteller dagegen nicht auf. „Pokémon Let‘s Go!“ wurde bereits vor zwei Wochen offiziell angekündigt und Teile der Fortnite-Präsentation vorab durchgesickert.

Ohne wirkliche Überraschungshits müssen die hohen Erwartungen an die Switch-Verkäufe allein durch Pokémon, Fortnite und Smash Brothers erreicht werden. Das dürfte schwierig werden – ist jedoch machbar. So sagte Serkan Toto, der Nintendo-Experte und Gründer der Beratungsfirma Kantan Games, gegenüber dem AKTIONÄR: „Pokémon-Spiele sind schon seit über 20 Jahren Superhits. Legt man historische Daten zugrunde, werden sich die Switch-Versionen wohl zwischen sieben und zehn Millionen Mal verkaufen können.“ Doch damit nicht genug: Der Branchenexperte sieht in den Pokémon-Spielen extrem verlässliche „system seller“, also Software, die Konsumenten dazu bringt, Hardware zu kaufen. „Ich wäre sehr überrascht“, sagte Toto, „wenn Nintendo nicht Millionen zusätzlicher Switch-Konsolen an Pokémon-Fans verkaufen könnte.“

Gute Argumente

Für das gesamte Jahr werden rund 38 Millionen verkaufte Switch-Konsolen erwartet. Zum Ende der Q1 hat Nintendo insgesamt rund 18 Millionen verkauft. Es fehlen damit 20 Millionen Konsolen – doch Pokémon, Super Mario und Fortnite sind ein klares Verkaufsargument. DER AKTIONÄR meint: Die Chancen für einen Erfolg stehen gut – Dabeibleiben!