Entspannung bei Energie: Importpreise für Deutschland sinken im November so stark wie noch nie

Das erste Schiff mit Flüssiggas für Deutschland hat am LNG-Terminal in Wilhelmshaven festgemacht. Die Importpreise für Energie nach Deutschland sind im November stark gesunken.  - Copyright: Picture Alliance
Das erste Schiff mit Flüssiggas für Deutschland hat am LNG-Terminal in Wilhelmshaven festgemacht. Die Importpreise für Energie nach Deutschland sind im November stark gesunken. - Copyright: Picture Alliance

Die Zeichen für eine Entspannung der Inflation auf hohem Niveau mehren sich. Am Dienstag hatte das Statistische Bundesamt einen Rückgang der allgemeinen Inflationsrate von 10,0 auf 8,6 Prozent im Dezember gemeldet. Am Mittwoch folgen nun positive Zahlen von den Importpreisen. Sie fielen im November im Vergleich zum Oktober um 4,5 Prozent. Dies sei der bisher größte Rückgang in einem Monat überhaupt gewesen, teilten die Statistiker mit. Die Importpreise fielen damit den dritten Monat in Folge, nachdem sie zuvor zweieinhalb Jahre lang nur gestiegen waren.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Teuerungsrate bei den Importpreisen immer noch höher als die allgemeine Inflation, sie fällt aber. Importe verteuerten sich um 14,5 Prozent. In den Sommermonaten war die Teuerungsrate bei den Einfuhren aber noch mehr als doppelt so hoch gewesen.

Geprägt wird die Preisentwicklung nach wie vor durch die Kosten für Energie auf den Weltmärkten. Sie erklären auch die extremen Schwankungen.

Energieeinfuhren waren im November immer noch um 38 Prozent teurer als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Oktober verbilligten sie sich aber um deutliche 16 Prozent. Der Anstieg zum Vorjahr liegt weiterhin vor allem am importiertem Erdgas. Es war im November um 42,7 Prozent teurer als vor einem Jahr. Gegenüber Oktober 2022 war Erdgas aber um 24 Prozent billiger.

Die Preise für Steinkohle lagen 52 Prozent höher als noch im November 2021, sanken gegenüber dem Vormonat aber um 19,5 Prozent. Mineralölerzeugnisse kosteten 41,0 Prozent mehr als vor einem Jahr und verbilligten sich um elf Prozent zum Oktober. Auch die Preise für importiertes Erdöl waren 29 Prozent höher als vor einem Jahr, sanken aber ebenfalls, wenn auch nur noch leicht, um 2,4 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der Energie waren die Importpreise im November 2022 um 9,7 Prozent höher als im November 2021 und sanken gegenüber Oktober 2022 um 0,7 Prozent.

Deutschlands Terms of Trade verbessern sich

Ein ähnliches Bild wie bei den Importen ergibt sich auch bei den Preisen für deutsche Exporte ins Ausland. Sie lagen im November mit plus 11,6 Prozent immer noch weit über dem Vorjahr. Im Vergleich zum Vormonat gingen aber auch die Exportpreise zurück, wenn auch nur um 0,5 Prozent.

Dies ist wichtig, weil das Verhältnis von Exportpreisen zu Importpreisen ein wichtiger Faktor für den Wohlstand eines Landes ist. Diese "Terms of Trade" sagen aus, wie viele Güter ein Land exportieren, also „hergeben“ muss, um sich seine Importe leisten zu können. Der enorme Anstieg der Importkosten für Energie hatte die Terms of Trade für Deutschland in Folge des Ukraine-Krieges stark verschlechtert. Auch im November stiegen die Importpreise im Jahresvergleich immer noch schneller als die Exportpreise. Im Vergleich zum Vormonat gab es aber immerhin eine leichte Verbesserung, weil die Importpreise schneller fielen als die Exportpreise. Deutschland konnte sich für seine Exporte also wieder etwas mehr Importe leisten.

Dabei spielt auch der stärkere Euro eine große Rolle. Der Euro war im Sommer unter die Parität zum US-Dollar gefallen und teilweise bis auf 96 Cent je Dollar durchgesackt. Seither hat der Euro mehr als zehn Prozent an Wert gewonnen. Dies macht Importe, die nicht in Euro abgerechnet werden, für Deutschland billiger. In diesem Jahr spielt das eine große Rolle, weil Energie auf den Weltmärkten überwiegend in Dollar abgerechnet wird.

Weitere Details zu den Importpreisen einzelner Produktgruppen findet ihr hier.