"Entscheidung obliegt allein der CDU": So elegant bereitet Markus Söder eine mögliche Niederlage im Machtkampf mit Laschet vor

Lars Petersen
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CSU-Vorsitzender Markus Söder
CSU-Vorsitzender Markus Söder

In den festgefahrenen Machtkampf über die Kanzlerkandidatur der Union ist Bewegung gekommen.

Am Montagnachmittag bekräftigte Markus Söder (CSU) nach einer Sitzung des CSU-Präsidiums, dass er zwar als Kanzlerkandidat weiter zur Verfügung stehe. Doch die Entscheidung, mit wem die Union nun antreten wolle, obliege jetzt alleine der CDU, so Söder. "Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung", sagte er. Die Zeit für die Entscheidung sei da, wo und wie entschieden werde, entscheide die CDU alleine.

Die Aussagen traf Söder wenige Stunden vor einer Sondersitzung des CDU-Bundesvorstands (18 Uhr). Der CSU-Politiker stellte klar, dass das Führungsgremium der CDU das letzte Wort habe. Dessen Votum hatte Söder noch zu Beginn des Streits nicht akzeptiert, weil es nicht die Breite der CDU widerspiegele. Anders als vor einer Woche sei nun das Stimmungs- und Meinungsbild zur K-Frage in der Union bekannt, sagte der bayerische Ministerpräsident.

Laut Söder, der sich in seinem Statement betont staatsmännisch gab, sei seine mögliche Kandidatur lediglich ein Angebot gewesen. Dadurch, dass er seine Bereitschaft zur Kandidatur zugleich erneut bekräftigte, aber die endgültige Entscheidung der CDU überließ, schuf Söder nicht nur einen für alle Beteiligten gesichtswahrenden Ausweg aus der verfahrenen Situation. Er bereitete damit auch elegant seine Niederlage im Machtpoker vor. Denn in der CDU-Führung ging man am Nachmittag davon aus, dass sich am Abend der Bundesvorstand wie schon vor einer Woche erneut für Laschet ausspricht, vor allem dann, wenn dieser womöglich gar die Vertrauensfrage stellt.

Söder sagte, er werde die Entscheidung des CDU-Bundesvorstands respektieren, wie auch immer diese ausfallen werde. Dies gelte sowohl im Falle einer Entscheidung für Laschet als auch für ihn selbst. Wichtig für den Wahlkampf sei es, dass CDU und CSU als Team auftreten würden.

Damit scheint sich Söder dem CDU-Bundesvorstand unterzuordnen. Sollte es am Ende tatsächlich soweit kommen, dürfte er trotz der tagelangen Diskussionen vor allem bei seinen Anhängern gar als Sieger hervorgehen.

Seit nunmehr mehr als einer Woche gibt es in der Union einen erbitterten Streit um die Kanzlerkandidatur. Weder Laschet noch Söder zeigten sich bisher bereit, ihre Pläne für eine Kandidatur zugunsten des anderen zurückzustellen.

mit dpa