Entscheidung über Südafrikas Präsidenten Zuma laut Vize "in kommenden Tagen"

Südafrikas Präsident Jakob Zuma könnte vorzeitig aus dem Amt scheiden. Sein Stellvertreter Cyril Ramaphosa kündigte eine Entscheidung für die kommenden Tage an

Das Schicksal des südafrikanischen Staatschefs Jakob Zuma entscheidet sich nach den Worten seines mutmaßlichen Nachfolgers "in den nächsten Tagen". Vizepräsident Cyril Ramaphosa, der Ende Januar zum Chef der Regierungspartei African National Congress (ANC) gewählt wurde, sagte am Mittwoch, er habe am Vorabend mit Zuma "direkte Diskussionen" über den "Übergang" und Fragen im Zusammenhang mit dem Posten des Staatsoberhaupts begonnen.

Ramaphosa fügte hinzu, in den kommenden Tagen würden Zuma und er dem Land über den Ausgang der Unterredungen berichten können. Am Donnerstag wollte der südafrikanische Präsident eigentlich seine jährliche Regierungserklärung vor dem Parlament abgeben. Diese wurde jedoch verschoben. Ein neues Datum für die Rede zur Lage der Nation soll "sehr bald" verkündet werden.

Ramaphosas Unterstützer drängen darauf, dass der Vizepräsident das Amt des Staatschefs sofort übernimmt. Sie knüpfen an seine Amtsübernahme die Hoffnung, dass er der südafrikanischen Wirtschaft neue Impulse geben kann. Ansonsten drohe der ANC, seine Vormachtstellung in der südafrikanischen Politik erstmals seit dem Ende der Apartheid zu verlieren.

Zuma sieht sich gleich mehreren Gerichtsprozessen wegen mutmaßlicher Korruption ausgesetzt. Innerparteilich gerät er immer stärker unter Druck, sein Präsidentenamt vorzeitig abzugeben. Ursprünglich sollte sich das ANC-Exekutivkomitee am Mittwoch in einer Sondersitzung mit der Frage befassen. Nach ANC-Angaben wurde die Sitzung nun auf kommende Woche verschoben. Das Komitee könnte den 75-Jährigen, dessen Amtszeit eigentlich bis 2019 läuft, zum Rücktritt zwingen.

Im kommenden Jahr stehen Parlamentswahlen an. Bei den Regionalwahlen im vergangenen Jahr fuhr der ANC sein bisher schlechtestes Ergebnis ein. Zumas Einfluss im ANC ist geschwächt, seit die von ihm unterstützte Kandidatin - seine Ex-Frau Nkosazana Dlamini-Zuma - die Wahl zum Parteivorsitz gegen Ramaphosa verlor. Der ANC regiert Südafrika seit 1994, als Nelson Mandela die ersten freien Wahlen im Land gewann.