Entscheidung über Strafmaß für Bluttest-Unternehmerin Holmes wohl erst im September

·Lesedauer: 1 Min.
Elizabeth Holmes (AFP/David Odisho) (David Odisho)

Das Strafmaß für die wegen Betrugs verurteilte Gründerin der US-Bluttest-Firma Theranos, Elizabeth Holmes, wird vermutlich erst im September festgelegt. Die Anwälte der 37-Jährigen und die Staatsanwaltschaft schlugen am Dienstag in einen gemeinsamen Antrag vor, die Entscheidung auf den 12. September zu verschieben. Zur Begründung verwiesen sie auf den bevorstehenden Prozess gegen Holmes früheren Freund und Geschäftspartner Ramesh "Sunny" Balwani, der sich ab Mitte Februar vor Gericht verantworten muss.

Holmes war Anfang Januar von einer Jury wegen Betrugs schuldig gesprochen worden. Sie habe Investoren mit vorsätzlichen Falschbehauptungen über die Theranos-Technologie dazu verlockt, Gelder in ihr Unternehmen zu stecken, urteilten die Geschworenen.

Dem einstigen Star des Silicon Valley droht eine mehrjährige Haftstrafe. Allerdings wurde Holmes nur in vier der elf Anklagepunkte schuldig gesprochen. In den übrigen sieben Punkten wurde sie entweder freigesprochen - oder die Geschworenen wurden sich in ihren siebentägigen Beratungen nicht einig.

Holmes hatte Theranos 2003 im Alter von nur 19 Jahren gegründet. Die Firma warb mit einer vermeintlich revolutionären Technologie für besonders schnelle, effektive und kostengünstige Bluttests. Holmes wurde durch Theranos zur Milliardärin.

Jahrelang wurde die charismatische Jungunternehmerin als Tech-Pionierin gefeiert. Sie gewann finanzkräftige Investoren und prominente Unterstützer wie Ex-Außenminister Henry Kissinger und den Medienmogul Rupert Murdoch. Später kam dann durch Recherchen der Zeitung "Wall Street Journal" heraus, dass ihre Bluttest-Geräte gar nicht funktionierten.

In dem Prozess hatte Holmes die Betrugsvorwürfe zurückgewiesen. Sie beteuerte, an die Technologie ihres Unternehmens geglaubt zu haben. Einen Teil der Schuld versuchte sie, auf ihren früheren Freund und Geschäftspartner Balwani abzuwälzen. Holmes bezichtigte ihn auch des sexuellen Missbrauchs. Balwani wies die Vorwürfe vehement zurück.

bfi/ans

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.