Entschärft Kim die koreanische Bombe ?

Der historische Gipfel zwischen den Präsidenten Nord- und Südkoreas endete am Freitag mit der Vereinbarung, die koreanische Halbinsel soll atomwaffenfrei werden. Hand in Hand beobachteten Kim Jong-un und Moon Jae-in die Abschlusszeremonie - ein symbolischer Moment, mit dem nur wenige gerechnet hätten. 

Analysten stehen der Begeisterung für den Deal aber weiter skeptisch gegenüber.

MICHAEL O'HANLON vom US amerikanischen BROOKINGS Institut:

"Er versucht, den besten Deal für die kleinsten Zugeständnisse zu bekommen. Von einem Friedensvertrag reden, ein paar Gipfeltreffen, das kostet nichts. Das ist smart. Verstehen mich nicht falsch. Ich bin sehr froh, dass sich Präsident Kim klüger verhält. Letztes Jahr schien er halb verrückt; ich dachte, er könnte eine Krieg vom Zaun brechen. Er verhält sich jetzt klüger - und das ist ein Fortschritt - aber er bleibt egoistisch und listig."

Der Gipfel kam nur wenige Monate nach aggressiver Rhetorik und militärischen Provokationen seitens Nordkorea. Die koranischen Präsidenten waren sich bisher nicht begegnet, das Treffen war mit Spannung erwartet worden. 

"Diese Treffen verbessern den Ton, aber sie helfen nicht substantiell weiter, denn der entscheidende Punkt bleibt offen: Wie würden Sie den ersten Schritt zu einem Deal machen, der letztendlich zur Denuklearisierung Nordkoreas führen könnte, was aber sicher nicht kurzfristig passieren kann und wird."

Weltweite Aufmerksamkeit war Kora gewiss. Kim Jong-un ist der erste Führer des abgeschotteten Nordens seit 1953, der einen Fuß nach Südkorea setzte. Das historische Treffen im Grenzort Panmunjom könnte der Anfang vom Ende der koreanischen Teilung sein. 

Einen Friedensvertrag soll es geben zwischen den beiden Ländern, die seit den 50er-Jahren offiziell immer noch im Krieg sind. Und was international von noch größerer Bedeutung ist: Kim Jong Un hat sich zu einem vollständigen Abbau der Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel bekannt. Bei dem historischen Korea-Gipfel am Freitag im Grenzort Panmunjom unterzeichnete Kim mit Südkoreas Präsident Moon Jae In eine gemeinsame Erklärung, die eine «neue Ära des Friedens» einläuten.

Vom 1. Mai an sollen gegenseitig alle feindseligen Handlungen unterlassen werden. Südkoreas Präsident Moon will Pjöngjang noch in dieses Jahr für ein weiteres Gipfeltreffen besuchen.

Am Nachmittag pflanzten Kim und Moon gemeinsam einen Baum an der Demarkationslinie, die beide Länder seit 65 Jahren trennt. Der Baum soll für «Frieden und Wohlstand» stehen. Es ist eine Pinie aus dem Jahr 1953, als der Waffenstillstand vereinbart wurde.

Zur Symbolik trug weiter bei, dass beide Staatschefs jeweils Erde und Wasser von berühmten Bergen und Flüssen auf beiden Seiten für die Zeremonie benutzten. Auf dem Gedenkstein ist der Satz "Frieden und Wohlstand wurden gepflanzt" eingraviert.

Staats-und Regierungschefs aus aller Welt haben die Ergebnisse des Gipfeltreffens zwischen Nord- und Südkorea begrüßt. US-Präsident Donald Trump sprach von einem „historischen Ereignis.“ Nach einem „wilden Jahr“ geschähen nun „gute Dinge.“