Milan-Chaos: Rangnick kontert gefeuerten Manager

SPORT1

Die Schlammschlacht beim italienischen Traditionsverein AC Mailand geht in die nächste Runde.

Nach seiner Entlassung am Samstag hat sich der geschasste Manager Zvonimir Boban erneut zu Wort gemeldet. In einem Interview mit Il Giornale gab der Ex-Profi dabei bekannt, dass sich Milan bereits vor geraumer Zeit auf eine Zusammenarbeit mit Ralf Rangnick geeinigt habe.

"Sie haben einen Deal mit Rangnick im Dezember abgeschlossen", sagte Boban, dem nach seiner Amts-Enthebung sechs Tage Zeit gegeben wurden, um sein Büro zu räumen und sich zu verabschieden.

Eine Darstellung, die Rangnick so nicht stehen lassen will. "Das stimmt definitiv nicht", sagte der 61-Jährige zu SPORT1 in Bezug auf eine Einigung bereits im vergangenen Jahr. 

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Rangnick steht im Mittelpunkt des öffentlichen Streits, der die Rossoneri derzeit entzweit. Er soll als Trainer und Sportdirektor in Personalunion die Geschicke des Vereins übernehmen. Und das, obwohl dem gegenwärtigen Trainer Stefano Pioli gerade erst das Vertrauen von Geschäftsführer Ivan Gazidis ausgesprochen worden war.


Kommt Rangnick nun doch nicht?

Zum großen Knall war es gekommen, weil Boban Geschäftsführer Gazidis wegen dessen Kontaktaufnahme zu Rangnick als Ersatz für Pioli in einem Interview harsch kritisiert hatte.

Boban zeigte sich nach seinem Aus extrem verärgert: "Mein Interview war rechtlich einwandfrei und kam raus, nachdem viele meiner Fragen und Forderungen intern unbeantwortet geblieben sind."

Nach der 1:2-Niederlage des AC Mailands am Samstag betonte Pioli allerdings, dass er sich "über meine Zukunft keine Sorgen" mache. "Ich weiß nicht was passieren wird. Wir müssen die Saison so gut es geht beenden."

Boban: "Eine Diktatur wie in Nordkorea"

Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass "wir uns in einer Diktatur wie in Nordkorea befinden".


Coach Pioli steht wegen der chaotischen Situation offenbar vor einem zügigen Rücktritt beim momentanen Tabellensiebten der Serie A. Das berichtete jedenfalls Tuttosport. Demnach könnte Pioli aus Protest hinwerfen, wenn sein Nachfolger nun schon drei Monate vor Saisonende feststehen sollte. 

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Zuletzt hatte sich auch die Milan-Legende Paolo Maldini, mittlerweile technischer Direktor, kritisch über ein Engagement Rangnicks geäußert: "Bei allem Respekt, ich glaube, dass er nicht das richtige Profil für einen Klub wie uns hat", hatte der 51-Jährige bei Sky Italia gesagt.

Auch seine Zukunft ist nach der Entlassung Bobans offen. Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass Maldini die Saison bei Milan zu Ende bringt, um noch größeres Chaos zu vermeiden. Dann könnten er und sein Herzensklub allerdings getrennte Wege gehen.