Entlassener Bayern-Coach rechnet ab

Fünf Tage nach seiner überraschenden Entlassung als Cheftrainer des Basketball-Pokalsiegers Bayern München hat Sasa Djordjevic harsche Kritik an Verantwortlichen des Klubs geübt.

"Der starke Zusammenhalt zwischen der Mannschaft und dem Trainerteam führte zu den besten Ergebnissen des Klubs, trotz rätselhaften Neids aus Teilen des Managements, das sich in den Schatten gestellt fühlte und damit letztendlich nicht mehr leben konnte", schrieb der Serbe in einem Statement auf dem Basketball-Portal Sportando.

Noch im Februar hatten die Münchner unter Djordjevic den ersten Pokalsieg seit 50 Jahren gefeiert, nach dem Halbfinal-Aus im EuroCup hatte der 50-Jährige seine Koffer packen müssen. In der Bundesliga sind die Münchner nach 26 Spielen Tabellenführer und bereits für die Playoffs qualifiziert.  

Mangelnde Kommunikation

Djordjevic gab weiter an, von Verantwortlichen des Klubs "persönliche Distanz und Negativität" wahrgenommen zu haben, "was oft auch auf unprofessionelle Weise gegenüber Menschen außerhalb des Klubs ausgedrückt wurde." Dies habe zu der "ungerechten Maßnahme geführt, mich als Cheftrainer und Teile meines Teams zu feuern".


Als Grund für die Entlassung hatte Geschäftsführer Marko Pesic - den Djordjevic nicht namentlich erwähnt, aber offensichtlich meint - laut Djordjevic "mangelnde Kommunikation" angeführt.

Er bestätigte damit entsprechende SPORT1-Informationen. Djordjevic habe - so der Vorwurf aus dem Klub - oftmals "sein eigenes Ding" machen wollen und beispielsweise die Hilfe von Sportdirektor Daniele Baiesi, der zuvor in Bamberg seine Qualitäten unter Beweis gestellt hatte, kaum in Anspruch genommen.

Djordjevic lässt die Kritik nicht auf sich sitzen: "Daraufhin lautete meine Antwort einfach: Pokalsieger, Halbfinale im EuroCup und Platz eins in der Bundesliga mit 23 Siegen und zwei Niederlagen!!!", schrieb der serbische Nationaltrainer, der 2016 die Bayern übernommen hatte.

Dank an Hoeneß

"Bayern München sollte über so einem Verhalten stehen, das solche persönlichen Attacken erlaubt und die harte Arbeit von vielen Leuten, nicht nur meiner als Trainer, ruiniert", führte Djordjevic aus. Schon seit Beginn der Saison habe er "einen starken Mangel an Unterstützung für die Mannschaft und das Trainerteam" gefühlt.

Seine "Anerkennung und persönlichen Dank" sprach Djordjevic jedoch dem Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß aus. Dieser habe einige Tage vor der Entlassung "öffentlich gegenüber den Medien seine Zufriedenheit über die 'beste Saison der Geschichte der Bayern-Basketballer' ausgedrückt". Dies habe Djordjevic und sein Team "sehr stolz gemacht".