Enno Lenze: Morddrohungen gegen Macher von Berliner Hitler-Ausstellung

Die Ausstellung "Hitler" am Anhalter Bahnhof

Seine Freitagabende verbringt Enno Lenze vorwiegend damit, Anzeigen zu schreiben. "Ich habe darin mittlerweile eine gewisse Übung, es sind etwa 30 bis 40 pro Woche", sagt der Geschäftsführer des Berlin-Story-Verlages. Der Mann, der sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus engagiert, bekommt regelmäßig Hassbotschaften. "Seit dem Beginn unserer Ausstellung über Hitler werde ich massiv bedroht", sagt er.

Lenze ist einer der Macher der Ende Juli eröffneten Schau "Hitler – wie konnte es geschehen". Im einstigen Reichsbahn-Bunker am Anhalter Bahnhof wird auf drei Etagen anhand Hunderter zeitgenössischer Exponate die Zeit von der Geburt Hitlers bis zum Tod des Diktators dokumentiert. Bis zu 500 rechte Hassnachrichten bekommt Lenze deswegen pro Woche – vorrangig über Facebook. Viele bestünden aus Beschimpfungen, das sei für ihn schon fast normal. Mittlerweile seien aber auch Morddrohungen darunter, so Lenze. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat er diese Nachrichten nun veröffentlicht. "Wir wollen die Menschen zwingen, sich damit auseinanderzusetzen, dass dieser Hass existiert." Er habe gemerkt, dass sich viele Betroffene von Hassbotschaften einschüchtern lassen und sich aus dem öffentlichen Raum zurückziehen. "Ich will damit zeigen, dass es sich lohnt, sich weiterhin gegen Rechtsextremismus einzusetzen."

120 der Hassnachrichten stehen deswegen für eine Woche auf der Facebook-Seite des Berlin-Story-Verlages zur Abstimmung. Die Drohungen, die von den Nutzern als schlimmste ausgew...

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