England und Guardiola haben Gündogan zum Führungsspieler gemacht

Ilkay Gündogan wechselte im Sommer 2016 zu Manchester City. Inzwischen ist der deutsche Nationalspieler voll angekommen und spielt eine wichtige Rolle in den Planungen seines Trainers Pep Guardiola.

Ilkay Gündoğan hat bei Manchester City eine wichtige Entwicklung genommen. (Bild: Getty Images)

Ich hoffe, dass ihm meine Leistung gefallen hat”, sagt Gündogan nach dem 4:0-Sieg in der Champions League gegen den FC Basel. Er meinte damit Bundestrainer Joachim Löw, der die Partie in der Schweiz auf der Tribüne verfolgt hatte.

Ob Gündogan Löw im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2018 wirklich noch imponieren muss? Der Mittelfeldspieler hat sich nach einem durchwachsenen und von Verletzungen immer wieder unterbrochenen Jahr stabilisiert und spielt eine wichtige Rolle im Team von Manchester City.

33 Spiele hat er in der laufenden Saison schon gemacht, die Chance, Löw zu überzeugen, war dementsprechend oft genug vorhanden. Ungenutzt hat Gündogan sie nur selten gelassen, er liefert derzeit konstant gute Leistungen ab.

Guardiola begeistert von Gündogan

Nicht umsonst schwärmte Guardiola im Anschluss an die Basel-Partie vom 27-Jährigen: “Er ist ein außergewöhnlicher Spieler.” Gündogan ist vor allem ein Spieler ganz nach dem Geschmack des Trainers.

Er ist ballsicher, hat ein gutes Auge für seine Mitspieler. Gündogan kann das Spiel lesen und weiß in der Regel schon vor der Ballannahme ganz genau, wo er als nächstes hinspielen wird.

Das macht ihn zu einem wichtigen Teil der strategischen Pläne Guardiolas. Gündogan verknüpft links mit rechts und hinten mit vorne. Er wirkt beruhigend auf die Ballzirkulation ein und kann sich im rechten Moment auch in das Offensivspiel einschalten.


Nationalspieler wird meinungsstark

Doch es sind nicht nur die fußballerischen Qualitäten, die sein Trainer so zu schätzen weiß. “Letzte Saison hat er uns sehr gefehlt – nicht nur seine Tore, sondern vor allem seine Persönlichkeit. Er war fantastisch”, erklärte Guardiola.

Gündogan hat sich immer mehr zu einem offenen und meinungsstarken Profi entwickelt. Der stille U-Nationalspieler aus Nürnberg hat sich gewandelt zu einem 27-jährigen Star aus der englischen Premier League.

Dementsprechend mehr Wert haben seine Worte, Gündogan nutzte das zuletzt für kritische und treffende Analysen der Bundesliga oder der Situation rund um Ex-Teamkamerad Pierre-Emerick Aubameyang.

“In der Bundesliga passiert mir zu wenig”

“In der Bundesliga passiert mir zu wenig in den Spielen”, meinte Gündogan im Schweizer Blick und fügte an: “Die meisten Mannschaften sind auf Sicherheit aus und darauf, Fehler zu vermeiden, statt zu agieren.”

Kritik, die in seinem Heimatland gespalten aufgenommen wurde. Dem Nationalspieler stehen diese Aussagen aber gut zu Gesicht, ist er doch inzwischen auch zu einem der Führungsspieler des DFB-Teams gereift.

Gündogan redet nicht nur wie ein solcher, er spielt auch so. Deutschland darf sich freuen über den gereiften Gündogan, der unter Guardiola bis zur Weltmeisterschaft 2018 sicherlich noch den ein oder anderen Schritt machen wird.