England empört über Achsel-Abseits

SPORT1
·Lesedauer: 2 Min.

Eine Entscheidung des Videobeweises sorgt in England für große Empörung - trotz einer regelkonformen Entscheidung.

Beim Spiel zwischen Leeds United und Crystal Palace (1:4) am Samstagnachmittag erzielte Stürmer Patrick Bamford in der ersten Halbzeit das vermeintliche 2:2 für Leeds. Allerdings nahm der VAR den Treffer zurück. Der Grund: Der Torschütze befand sich im Abseits - mit seinem Arm (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Achsel-Ärger auch schon bei Mané und Liverpool

Auf den Bildern ist deutlich zu sehen, dass der Stürmer mit seinem Oberkörper, den Beinen und dem Kopf deutlich im erlaubten Bereich startete bei dem langen Ball. Doch er hob seinen Arm und zeigte damit an, wohin er läuft. Dadurch war er mit seiner Achsel näher am Tor als der vorletzte Verteidiger.

Die Achsel ist in England seit dieser Saison ein Körperteil, mit dem Tore erzielt werden können und ist somit als abseitsrelevant zu ahnden. Die neue Regel sorgt immer wieder für Aufregung. Bereits beim Merseyside-Derby zwischen Liverpool und Everton hatte ein Tor von Jordan Henderson nicht gezählt, weil Sadio Mané zuvor mit seiner Armhöhle im Abseits stand.

Nun also ein erneuter Mega-Aufreger. BBC-Experte Robbie Savage wütete: "Das ist das Unglaublichste, das ich je gesehen habe. Das ist die schlimmste Entscheidung, die ich je gesehen habe. Die schlimmste Entscheidung in der Geschichte des Fußballs."

Englands Stürmer-Legende Gary Lineker twitterte: "Das ist eine weitere lächerliche Abseits-Entscheidung des VAR. Ich verabscheue die Art und Weise, wie die Regel umgesetzt wird."

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Der ehemalige Nationalspieler Matthew Upton sprach bei BBC5live seine Ablehnung dieser Entscheidung aus. "Bamford macht alles richtig und nur sein Arm ist im Abseits. Ich verstehe es nicht. Man muss darüber diskutieren, wieso so etwas zurückgenommen wird."

Schiri-Experte: "Absoluter Unsinn"

Derweil herrscht in England nun Verwirrung über die eingeführte Achsel-Regel, weil diese nicht alle kennen. So meinte Schiedsrichter-Experte Mark Halsey bei SunSports: "Es hätte nicht wegen Abseits aberkannt werden dürfen. Man sieht, dass die Linie auf der Achsel-Höhe gezogen wird. Das ist doch Unsinn. Seine Füße waren nicht im Abseits. Absoluter Unsinn."

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Der Fachmann plädierte aber unabhängig von dieser Szene, dass es Veränderungen beim Eingreifen des Video-Schiedsrichters geben muss. "Mit Entscheidungen wie dieser machen wir das Spiel kaputt. Wir wollen nicht, dass Tore dieser Art aberkannt werden. Wenn man es mit bloßem Auge nicht sehen kann nach der ersten Wiederholung dann sollte es kein Abseits sein."

Auch im Internet entfachte ein Feuer der Entrüstung. Ein Fan schrieb: "Eine absolute Schande... wir sagen es jede Woche, jetzt ruiniert der VAR das Spiel!"

Ein anderer Anhänger fügte hinzu: "Jetzt ist sein Arm im Abseits, ich gebe auf. So weit weg vom eigentlichen Spiel - es ist beängstigend."