England: Eltern sollen Kalorienzufuhr ihrer Kinder überwachen

BU1: Schon im Kleinkindalter beginnt die Gewöhnung an süße Snacks. (Bild: Getty Images)

Laut aktuellen Erhebungen konsumieren englische Kinder dreimal so viel Zucker, wie von den Gesundheitsbehörden empfohlen. Eine neue Kampagne will Eltern dazu bringen, die Kalorien ihrer Kinder zu zählen und ihnen nicht mehr als zwei Snacks am Tag zu erlauben.

Die Zahlen sprechen für sich: Jedes Jahr vertilgt ein englisches Kind im Schnitt 400 Kekse, 120 süße Backwaren, 70 Schokoriegel und Eiscremes sowie 150 Softdrinks. Weil immer mehr englische Schüler übergewichtig sind, hat das Parlament bereits eine Zuckersteuer verabschiedet. Nun sollen auch die Eltern in die Pflicht genommen werden.

Englische Kinder sollen keine Kalorienbomben mehr verspeisen. (Bild: AP Photo)

Laut BBC plant die Gesundheitsbehörde „Public Health England“ (PHE) eine achtwöchige Kampagne mit dem Titel „Change4Life“. Eltern sollen dabei ermutigt werden, ihren Kindern nur noch Snacks zu erlauben, die nicht mehr als 100 Kalorien enthalten. Davon dürften die Kinder zwei pro Tag konsumieren. Das entspricht in etwa dem Kaloriengehalt eines Schokoriegels.

Damit nun aber nicht vom gleichen ungesunden Essen einfach weniger gegessen wird, ist die Kampagne mit einer Gutscheinaktion verknüpft. Für gesunde Snacks wie Magerjoghurt, Malzbrot, Reiscracker, vorgeschnittenes Gemüse und Getränke ohne Zuckerzusätze gibt es Rabattmarken, die Eltern in einigen Supermärkten einlösen können.

Laut PHE nehmen Kinder im Schnitt 51,2 Prozent des Zuckers über ungesunde Lebensmittel zu sich. Das hat laut Alison Tedstone, Chef-Ernährungsberaterin am PHE, mit der Vermarktung der Produkte zu tun: „Wenn man durch einen Supermarkt wandelt, sieht man heutzutage so viele Snacks wie noch nie zuvor.“ Die Lunchboxen der Kinder würden zu viele dieser Süßwaren enthalten.

PHE hat unlängst lebensmittelverarbeitende Unternehmen dazu aufgerufen, den Zuckerzusatz ihrer Produkte bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu reduzieren.