Engländer wählen seit Donnerstagmorgen neue Kommunalparlamente

Premierministerin Theresa May

In England sind am Donnerstag Kommunalwahlen abgehalten worden, bei denen der konservativen Partei von Premierministerin Theresa May eine deutliche Niederlage droht. Die Wahlen für die Kommunalparlamente fanden unter anderem in der Hauptstadt London, in Manchester, Leeds und Newcastle statt. Insgesamt waren mehr als 4300 Mandate zu vergeben. Die Wahllokale sollten bis 21.00 Uhr (MESZ) geöffnet bleiben, die Ergebnisse wurden aber erst für Freitag erwartet.

In London, einer traditionellen Hochburg der oppositionellen Labour-Partei, entscheiden die Wähler über die künftige Zusammensetzung von 32 Gemeinderäten. Gemeinhin ist die Beteiligung der Bürger bei Kommunalwahlen in England allerdings niedrig: Bei einem Urnengang im vergangenen Jahr ging nur ein Drittel der Stimmberechtigen zur Urne. An den Kommunalwahlen können anders als bei den Parlamentswahlen auch EU-Bürger ohne britischen Pass teilnehmen.

Obwohl es im Wahlkampf vorrangig um lokale Themen ging, rechneten Beobachter damit, dass die Wahl die politische Spaltung zwischen Stadt und Land sowie Euroskeptikern und europafreundlichen Wählern noch stärker zeigen wird. Wähler könnten die Abstimmung demnach auch zum Anlass nehmen, um ihren Unmut über die Regierung zum Ausdruck zu bringen.

Bei einer Niederlage der Tories dürfte der Druck auf May weiter steigen. Wegen der zähen Brexit-Verhandlungen ist die Premierministerin um den Zusammenhalt ihrer Partei bemüht. Zudem erlitt sie vor wenigen Tagen mit dem Rücktritt von Innenministerin Amber Rudd, einer engen Verbündeten, einen weiteren Rückschlag.