Energiewirtschaft begrüßt Brüsseler Pläne zu neuen Gaskraftwerken

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BERLIN/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Vertreter der deutschen Energiewirtschaft haben den Vorstoß der EU-Kommission zur Einstufung von Investitionen in moderne Gaskraftwerke als klimafreundlich begrüßt. "Das ist ein richtiger und wichtiger Schritt", kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Stadtwerkeverbands, Ingbert Liebing. Gerade in Deutschland werde man neue Gaskraftwerke brauchen, "die den Ausbau der witterungsabhängigen Erneuerbaren Energien absichern, Versorgungssicherheit gewährleisten und zugleich die Voraussetzung schaffen, fossile Gase durch Wasserstoff zu ersetzen".

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) äußerte sich ähnlich. "Investitionen in wasserstofffähige Gaskraftwerke sind zwingend notwendig für den Übergang in eine vollständig klimaneutrale Energieversorgung in der Europäischen Union", erklärte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae. Um die Versorgungssicherheit sicherzustellen, benötige man noch eine zeitlang Erdgas und dauerhaft Gaskraftwerke.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Wolfgang Große Entrup, wies zudem auf die geplanten strengen Vorgaben für den Neubau von Gaskraftwerken hin. Diese könnten nur von den effizientesten Anlagen erfüllt werden, was im Sinne der Energiewende und des Klimaschutzes sei, sagte er.

Die zum Jahresbeginn bekanntgewordenen Pläne der EU-Kommission sehen vor, Investitionen in Gas- und Atomkraftwerke unter Auflagen als klimafreundlich einzustufen. Hintergrund ist die sogenannte Taxonomie der EU, die Anleger in die Lage versetzen soll, ihre Investitionen auf nachhaltigere Technologien und Unternehmen umzustellen, um so zur Klimaneutralität Europas bis 2050 beizutragen. Es wird damit gerechnet, dass sie weitreichende Auswirkungen hat, da sich als nachhaltig eingestufte Projekte deutlich leichter und günstiger finanzieren lassen dürften.

Umweltschützer werfen der Kommission vor, durch Aufnahme von Gas- und Atomkraft in die Taxonomie ein vollkommen falsches Signal zu setzen und ihre eigenen Klimaziele zu untergraben.

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