Energieunternehmen Leag prüft Stellenstreichungen

COTTBUS (dpa-AFX) - Das Energieunternehmen Leag überarbeitet mit dem Kohleausstieg sein Revierkonzept und prüft auch einen Stellenabbau. Hintergrund seien die derzeit schwierigen Marktbedingungen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In den ersten beiden Monaten des aktuellen Geschäftsjahres hätten etwa die milde Witterung, das Coronavirus, die Weltwirtschaft, die Gaspreise und die bisher höchste Einspeisung von Windstrom das Ergebnis des Unternehmens belastet. Genaue Zahlen nannte die Leag nicht. Man werde eine Personalanpassung sozialverträglich gestalten.

In einer eine Videobotschaft von Vorstandschef Helmar Rendez an die Beschäftigten ist von "schmerzhaften Entscheidungen" und einer Verschlankung der Verwaltungsbereiche die Rede. Das Unternehmen müsse den "Fuß auf die Bremse drücken", was die Ausgaben angehe.

Das Gesetz zum Kohleausstieg ist derzeit im parlamentarischen Verfahren. Bis 2038 sollen die letzten Kohlekraftwerke vom Netz, weil bei der Stromproduktion aus Braun- und Steinkohle viele Treibhausgase entstehen.

Der Umweltverband Grüne Liga spricht von einem geplanten Personalabbau. Damit räume die Leag ein, dass die Ursachen weder im geplanten Kohleausstiegsgesetz noch im zurückliegenden Stillstand des Tagebaus Jänschwalde liegen würden.

Die Umweltschützer sehen mit den Aussagen des Leag-Vorstandschefs ihre Bedenken gegen den Verkauf des Konzerns aus dem Jahr 2016 bestätigt. Es stelle sich die Frage, in welchem Maß die Einschnitte langfristig geplant waren, erklärte Rene Schuster von der Grünen Liga. "Gerade sind die drei Jahre abgelaufen, für die der tschechische EPH-Konzern einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen zugesagt hatte."

Bei der Übernahme der Lausitzer Tagebaue und Kraftwerke von Vattenfall im Oktober 2016 hatte der tschechische EPH-Konzern für drei Jahre auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet.