Energiepreise heizen Inflation an - Bundesamt gibt Daten bekannt

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WIESBADEN (dpa-AFX) - Das Leben in Deutschland ist teurer geworden. Wie sich die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft im Oktober entwickelt haben, gibt das Statistische Bundesamt am Donnerstagnachmittag in einer ersten Schätzung bekannt. Analysten rechnen mit einer Jahresinflationsrate von 4,4 Prozent. Angeheizt von steigenden Energiepreisen hatte die Teuerungsrate im September mit 4,1 Prozent erstmals seit fast 28 Jahren wieder die Marke von 4 Prozent überschritten. Eine Vier vor dem Komma hatte die Wiesbadener Behörde zuletzt im Dezember 1993 mit damals 4,3 Prozent ermittelt.

Die Teuerung wird seit Monaten von steigenden Energiepreisen angetrieben. Zudem schlägt die Rücknahme der temporären Mehrwertsteuersenkung durch. Seit Januar 2021 gelten wieder die regulären Mehrwertsteuersätze, Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell wieder teurer. Hinzu kommen Materialmangel und Lieferengpässe sowie die Einführung der CO2-Abgabe. Seit Jahresbeginn sind 25 Euro je Tonne Kohlendioxid fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht.

Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor. Inflationsraten von an die fünf Prozent in Deutschland gelten in diesem Jahr als möglich. Viele Ökonomen rechnen aber weiter damit, dass der Preisauftrieb im kommenden Jahr nachlässt. "Die Mehrheit der Faktoren, die derzeit die Inflationsrate nach oben treiben, ist temporärer Natur", argumentieren beispielsweise Volkswirte der DZ Bank. Anzeichen für eine gefährliche Aufwärtsspirale aus steigenden Löhnen und Preisen sehen Ökonomen aktuell nicht.

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