Endspurt: GroKo-Verhandlungen dauern wahrscheinlich länger

Die Verhandlungen zur Neuauflage der Großen Koalition in Berlin werden wahrscheinlich über den Sonntag hinaus andauern. Angesichts der strittigen Punkte im Bereich Wohnen, Arbeit und Gesundheit gab sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bereits vor Beginn der Gespräche in der SPD-Parteizentrale am Vormittag zurückhaltend: "Ich gehe mit gutem Willen, aber natürlich auch mit einer gewissen Erwartung, dass noch schwere Verhandlungsstunden auf uns zu kommen, in die heutige Sitzung. Wir kennen unsere Aufgabe und versuchen, ihr gerecht zu werden."

Am Sonntag einigten sich Sozialdemokraten und Union auf ein milliardenschweres Paket zur Schaffung von mehr Wohnraum, wie aus Verhandlungskreisen berichtet wurde. SPD-Chef Martin Schulz - dessen Rolle in einer künftigen Regierung unsicher ist - sagte am Vormittag, vor allem beim Thema sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen und Gesundheit gebe es noch Verhandlungsbedarf. Die Unterhändler würden sich die Zeit nehmen, die nötig sei, so Schulz: "Das wird heute ein harter Verhandlungstag, der vielleicht auch bis in den späten Abend oder in die Nacht dauert, das werden wir sehen."

Die Verhandlungspartner hatten ohnehin Montag und Dienstag als Puffertage eingeplant. Bevor eine Regierung gebildet werden kann, muss der Koalitionsvertrag von der teilweise GroKo-skeptischen SPD-Basis bestätigt werden.