Endspiel für Laschet: Mit diesem Kompromiss erkauft sich der CDU-Chef ein wenig Zeit

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Armin Laschet am Dienstag im Bundestag
Armin Laschet am Dienstag im Bundestag

Die Union ist ein klarer Verlierer der Bundestagswahl, doch Armin Laschet glaubt diese noch in einen Sieg umbiegen zu können. Vielleicht klappt es ja doch noch, eine Jamaika-Regierung zu schmieden, so seine Hoffnung. Doch seit dem Wahlsonntag schien klar, Laschet muss sogar darum kämpfen, um irgendetwas zu retten von seiner politischen Karriere.

Seit Dienstagabend weiß man, es ist noch nicht vorbei, aber es gibt auch nur noch wenig Hoffnung. Besonders an der Frage, wer wie lange Fraktionschef von CDU und CSU werden soll, hing Laschets Zukunft. Die Lösung lautet: Brinkhaus soll für sechs Monate gewählt werden. Einen Gegenkandidaten gibt es nicht. Diese Lösung hatte auch CSU-Chef Markus Söder mit ausgetüftelt, der extra nach Berlin gereist war.

Laschet selbst hatte dafür plädierte, dass der bisherige Amtsinhaber Ralph Brinkhaus ohne Wahl kommissarisch für ein paar Wochen das Amt übernimmt. Das Kalkül: Wenn die Union tatsächlich in die Opposition geht, wäre der Posten der wichtigste, den CDU und CSU zu vergeben haben – und der könnte dann vielleicht Laschet zufallen. Doch Brinkhaus widersetzte sich und wollte sich für ein Jahr wählen lassen. Das zeigte: Laschet hat seine Autorität in der Partei verloren.

Doch es gab einen Kompromiss, auf den sich Söder und Laschet einigten und der auch von der Fraktion mitgetragen zu werden scheint. Brinkhaus soll für ein halbes Jahr gewählt werden. Es ist eine Niederlage für Laschet, aber keine krachende. So erkauft sich Laschet ein wenig Zeit. Wie viel, das werden die kommenden Tage zeigen. Denn CSU-Chef Söder durchkreuzte den Kurs, den Laschet zuletzt immer vertreten hatte. Laschet die Meinung vertreten, dass die Union – obwohl sie bei der Wahl ein ganzes Stück hinter der SPD lag – ebenso gut eine Regierung bilden könnte. Wenn ihm das gelänge, wäre er gerettet, so Laschets Hoffnung. Doch Söder stellte dies gehörig infrage. Der CSU-Chef erkannte die Wahlniederlage der Union an, die Laschet schönreden wollte. "Die besten Chancen, Kanzler zu werden, hat derzeit Olaf Scholz – eindeutig", sagte Söder am Dienstag. „Die SPD ist am Zug“, so Söder. Wenn die SPD allerdings keine Regierung bilden könne, sei man zu Gesprächen bereit, ergänzte er.

Auch Brinkhaus und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagten, sie seien gesprächsbereit, "aber nicht um jeden Preis". Ansonsten übten sie sich in Demut. Dobrindt sagte: "Aus diesem Wahlergebnis ist kein automatischer Regierungsauftrag abzuleiten".

Und Brinkhaus legte nach: "Es ist wichtig, dass wir einen Neustart hinlegen." Ein Neustart mit dem alten Kanzlerkandidaten, dem Wahlverlierer? Kaum denkbar. Das drängt Laschet in eine Ecke, aus der er nur schwer wieder herausfinden dürfte.

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