Endometriose: Diese Behandlungsmöglichkeiten gibt es

Eine von zehn Frauen leidet an der chronischen Krankheit Endometriose. Im Schnitt dauert es von den ersten Schmerzen bis zur richtigen Diagnose über zehn Jahre. Dann stehen viele Frauen vor dem nächsten Rätsel: Welche Therapie kommt infrage? Ein Überblick über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.

Starke Unterleibsschmerzen sind nur ein Symptom von vielen, die von der Endometriose verursacht werden. Was hilft? (Bild: Yahoo Style/ Getty Images)

Endometriose ist eine chronische Krankheit, die bis heute leider nicht vollständig geheilt werden kann. Zwar gibt es Fälle, bei denen es den Ärzten gelingt, bei einer Bauchspiegelung alle Herde vollständig zu entfernen. Doch die Rückfallquote ist hoch, die Endometriose kommt oft zurück und verursacht völlig unterschiedliche Symptome, die von Kopfschmerzen über Unterleibsschmerzen bis zu Bein- und Rückenschmerzen reichen können. „Das fiese an Endometriose ist, dass sie wie ein Chamäleon viele Beschwerden mit sich bringen kann“, sagt PD Dr. med. Sebastian Berlit im Interview mit Yahoo Style.

Teil 1 – Eine von zehn Frauen betroffen. Was du über Endometriose wissen musst

Endometriose: Jede zehnte Frau betroffen. Was du über die Krankheit wissen musst

Steht die Diagnose fest, stellen sich viele Frauen die Frage: Welche Therapie ist die richtige für mich? Die eine richtige Antwort darauf gibt es nicht. Vor dem Beginn einer Behandlung sollten sich Frauen immer in einem Endometriose-Zentrum von Experten beraten lassen. Denn: Während für manche die langfristige Bekämpfung der Symptome durch Hormone infrage kommt, hegen andere einen Kinderwunsch und möchten die Schmerzen nur im akuten Fall durch Schmerzmittel lindern. Es gilt also abzuwägen, welche Ziele für die Patientin vorrangig sind, bevor die Entscheidung über eine Therapie fallen kann.

Hier stellen wir die drei bekanntesten Endometriose-Therapien vor. Dabei sollen dir die Informationen lediglich einen Überblick verschaffen und natürlich nicht den Besuch bei einem Experten ersetzen. Hilfe und Informationen findest du auf der Website der Endometriose-Vereinigung oder telefonisch unter 0341/3065304.

Endometriose: Schmerztherapie

Schmerzmittel wie Ibuprofen können akut helfen, sind aber keine Dauerlösung. (Bild: Getty Images)

Die Schmerztherapie wird als symptomatische Therapie bezeichnet, weil sie keinen Einfluss auf den Verlauf der eigentlichen Krankheit nimmt, sondern lediglich die akuten Symptome bekämpft. Ärzte verschreiben den Patientinnen dafür Ibuprofen, Naproxen oder Traumal – Schmerzmittel also, die je nach Bedarf eingenommen werden können.

Der Nachteil der Schmerztherapie: Die Einnahme starker Schmerzmittel ist natürlich keine Dauerlösung, da zum einen die Gefahr einer Abhängigkeit besteht, zum anderen die Schmerzverminderung bei einer langfristigen Einnahme immer niedriger wird. Das bedeutet: Je öfter du zu Medikamenten wie Ibuprofen greifst, umso weniger schlagen sie langfristig an. Auf Dauer schädigen Ibu & Co. zudem deine Leber und Nieren.

Teil 2: Anna Wilken spricht offen über ihre Krankheit 

Im zweiten Teil der Reihe spricht Anna Wilken im Interview offen über ihre Krankheit. (Bild: Yahoo Style/ Anna Wilken)

Der Vorteil der Schmerztherapie: Wenn du vergleichsweise selten unter starken Schmerzen leidest – wie beispielsweise zu Beginn deiner Periode – kann die Schmerztherapie akut helfen und du musst nicht langfristig Hormone zu dir nehmen. Auch bei Frauen, die gerne schwanger werden wollen und deshalb ihre Hormontherapie pausieren, können Medikamente bei akuten Schmerzen helfen und die Aussetzung der Hormone erträglicher machen.

Endometriose: Hormontherapie

Durch die Hormontherapie sollen der Schleimhautaufbau außerhalb der Gebärmutter verhindert und Blutungsherde abgebaut werden. Die Hormone werden durchgehend eingenommen, dadurch bleibt die Menstruation aus.

Hormontherapie mit Gestagene

Der Vorteil der Gestagene-Therapie: Durch die Einnahme der Gestagene wird dem Körper eine Schwangerschaft vorgetäuscht, weshalb keine Schleimhäute mehr aufgebaut werden. Die Endometrioseherde werden ausgetrocknet, schrumpfen und die Beschwerden lassen in der Regel nach sechs bis acht Wochen nach.

Der Nachteil der Gestagene-Therapie: Oft stellt sich der gewünschte Effekt der Schmerzlinderung nur kurzfristig ein und die Krankheit kehrt wieder zurück, sobald die Therapie unterbrochen wird. Zudem haben Gestagene vielfältige Nebenwirkungen, zu denen unter anderem Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Libidoverlust, Migräne oder Hitzewallungen zählen. Während der Gestagene-Therapie können Frauen nicht schwanger werden.

Hormontherapie mit GnRH Analoga

Der Vorteil der GnRH Analoga-Therapie: Durch die Einnahme des körpereigenen Hormons wird die Östrogen-Produktion verhindert. Dem Körper wird also vorgetäuscht, er befinde sich in den Wechseljahren. Es wird keine monatliche Schleimhaut mehr aufgebaut, die Menstruation bleibt aus – Endometrioseherde werden dadurch „trockengelegt“.

Der Nachteil der GnRH Analoga-Therapie: Leider kommen auf den Körper nicht nur die in diesem Falle „positiven Nebenwirkungen“ der Wechseljahre – nämlich das Ausbleiben der Menstruation – zu, sondern auch die negativen: Typische Begleiterscheinungen sind Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Die Einnahme ist aus gesundheitlichen Gründen (hohes Osteoporose-Risiko) auf sechs Monate begrenzt. Leider treten bei rund 80 Prozent der Frauen nach Abschluss der Therapie die Symptome der Endometriose wieder auf. Während der GnRH Analoga-Therapie können Frauen nicht schwanger werden.

Teil 3: Die Abschiedsparty für meine Gebärmutter war schon geplant

Endometriose: Die Abschiedsparty für meine Gebärmutter war schon geplant

Oft werden bei Endometriose-Patientinnen verschiedene Therapieformen miteinander kombiniert. Wie die Endometriose-Vereinigung berichtet, berichten Frauen von positiven Erfahrungen mit Akupunktur, Homöopathie, Pflanzenheilkunde oder nach einer Umstellung der Ernährung. Welche Therapie- oder Therapiekombination am besten für dich geeignet ist, wird sich nach einem Gespräch mit einem Experten herausstellen. Dabei spielt sowohl dein Alter eine Rolle wie auch die Frage, ob die Familienplanung abgeschlossen ist oder noch ein Kinderwunsch besteht.

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